Von Delhi bis Kathmandu im April 2012: Nepal

Lumbini, der Geburtsort von Buddha

Unser erster voller Tag in Nepal, und gleich als erstes ging es erneut zu einem Ort, der als Teil des UNESCO Weltkulturerbe anerkannt ist: der Geburtsort Buddhas.

Nur wenige Minuten von unserem Hotel, dem Buddha Maya Garden Hotel, entfernt, blieben wir am Tor zum Park stehen, in dem sich der eigentliche Geburtsort befindet. Nachdem wir einige Zeit im Park zu Fuß unterwegs waren, kamen wir zum Eingang des heiligen Gartens, in dem sich der eigentliche Geburtsort befindet.

Natürlich hieß es auch hier zuerst „Schuhe ausziehen“, bevor wir das Herzstück des Geländes betreten durften.

Außerhalb des Tempels befindet sich ein großzügig angelegter Garten, in dem mehrere Bodhi-Bäume stehen, zwischen denen schier unendlich wirkende Bänder mit Gebetsfahnen aufgehängt sind, der Garten lädt dazu ein, sich am Fuße eines der Bäume zu setzen und den Ort auf sich wirken zu lassen.

http://whc.unesco.org/en/list/666

http://www.buddhanet.net/e-learning/buddhistworld/lumbini.htm

Im Inneren des Tempels befindet sich der Ort, an dem Buddha geboren wurde, für Buddhisten einer der heiligsten Orte überhaupt: nach einer kurzen Wartezeit hatten auch wir die Gelegenheit, den Geburtsort aus der Nähe zu sehen, immer streng bewacht von Ordnungshütern, die zwar freundlich, aber auch durchaus bestimmt eingegriffen haben, wenn jemand gedrängelt hat oder der Meinung war, einfach an der Schlange vorbei gehen zu dürfen.

Nach dem Besuch im Tempel setzten wir uns noch zu einem der Bodhi-Bäume um die Stille zu genießen, bevor es dann schon wieder zurück zum Bus ging, um in Richtung Chitwan National Park abzufahren.

Von Lumbini zum Chitwan National Park

Nach dem Besuch von Buddhas Geburtsort ging es für uns weiter, unser Ziel für diesen Tag war der Chitwan Nationalpark, 1973 als Royal Chitwan Nationalpark gegründet. Der Park liegt im Süden Nepals, direkt an der Grenze zu Indien, in einer teilweise noch komplett unberührt wirkenden Landschaft. Hier kann man heute noch – mit etwas Glück – Nashörner sehen, oder – mit sehr viel Glück – Tiger.

Auf dem Weg dorthin ging es von Lumbini aus über den „East-West-Highway“ durch Butwal, Khaireni, Sunawal, Arunkhola, Pragatinagar, Bharatpur und Ratnanagar nach Sauraha, von dort dann zur Sapana Lodge, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen würden.

http://www.sapanalodge.com

Entlang der Route bekamen wir sehr viel „echtes Nepal“ zu sehen – wie die Menschen leben, wie sie arbeiten, wie sie reisen, wobei vor allem letzteres für uns schon oft spektakulär wirkt, vor allem, wenn einem auf einer Straße wie dem East-West-Highway ein vollbesetzter Bus entgegen kommt, der nicht nur innen, sondern auch auf dem Dach voll besetzt ist.

Eine Stunde auf dem Rücken eines Elefanten

Im Chitwan Nationalpark war für uns ein voller Tag eingeplant, ein Tag, an dem reichlich Aktivitäten angeboten wurden: von vorn herein für uns gebucht war ein einstündiger Ausritt auf einem Elefanten.

Für uns bedeutete das mal wieder frühes Aufstehen, bevor wir mit zwei Fahrzeugen an den Startplatz des Ausritts gefahren wurden: zumindest ich war dann doch etwas überrascht zu sehen, dass es hier fast schon zu ging wie auf einem Bahnhof, dutzende Touristen, die in Vierergruppen in die niedrigen Holzgestelle auf den Rücken der Elefanten gesetzt wurden, bevor für sie auf die Tour ging.

Also warteten wir, bis wir an der Reihe waren und kletterten dann über eine große Holztreppe auf eine Plattform, von der wir auf den Elefantenrücken klettern konnten.

Nach wenigen Momenten war schon klar, dass es nicht die gemütlichste Stunden meines Lebens werden würde, zum einen neigte sich das gesamte Gestell in dem wir saßen immer mal wieder bedenklich nach rechts oder links, zum anderen drückte das Holzgestell, in dem wir saßen, deutlich von unten in unsere Beine hinein – nach der Tour war nicht nur ein Bein eingeschlafen.

Dann ging es los, zuerst durch den Fluß hindurch, dann über eine Wiese hinweg in den Wald – oder sollte man „Jungel“ sagen? – hinein.

Über schmale Pfade gelangten wir immer tiefer in den Wald hinein, wobei es teilweise mitten durch größere Spinnennetze hindurch ging – erfreulicherweise waren die Spinnen wohl alle gerade nicht daheim, auch einiges an kleineren Ästen und Büschen befand sich regelmäßig mitten im Weg und schlugen einem ins Gesicht, falls man das Ganze nicht schnell genug mit den Händen bzw. Armen abgewehrt hat… aber schließlich waren wir ja auch hier, um den Jungel zu sehen, nicht ein Forstgebiet mit breiten Wanderwegen.

Im Chitwan Nationalpark gibt es sehr viele Tiere zu sehen, Nashörner, Pythons und Kobras, Krokodile, Affen, Leoparden und Tiger – gesehen haben wir allerdings nur Dammwild, Wildschweine und Insekten, Vögel haben wir gehört, aber kaum gesehen.

Insgesamt war die Zeit auf dem Elefanten nicht schlecht, aber ob ich einen solchen Ritt nochmals buchen würde, wage ich zu bezweifeln…

Schön war zumindest noch der Abschluss: nachdem wir unterwegs hatten zusehen müssen, wie einer der anderen Führer mit einem Metallstab auf „seinen“ Elefanten eingeschlagen hat, konnten wir noch sehen, wie gut sich Mensch und Elefant – unser Führer und der Elefant, auf dem wir gerade geritten waren – verstehen können: die beiden wirkten wie ein Team, die Bilder dazu zeigen es vielleicht schon.

Elefanten waschen… Touristinnen

Eine der von der Sapana Lodge angebotenen Aktivitäten nennt sich „Elephant washing“ – wofür sich einige unserer Mitreisenden entschieden, wie auch meine Liebste: während die Damen dann so auf dem Rücken der Elefanten saßen, und das eine oder andere Mal von selbigem ins Wasser rutschten, oder per Rüssel geduscht wurden, kam mir so langsam aber sicher dann doch eine Frage in den Sinn: wer wäscht hier eigentlich wen? 😁

Eine Jeepsafari im Chitwan Nationalpark

Als eine weitere Aktivität wurde uns von der Sapana Lodge aus noch eine Jeepsafari im Chitwan Nationalpark angeboten; wie bei solchen Fahrten üblich, wurde darauf hingewiesen, dass man theoretisch Tiger, Nashörner, Elefanten und weitere seltene Tiere zu sehen bekommen könnte – es aber auch sein könnte, dass wir bei der Fahrt überhaupt nichts zu sehen bekommen würden… die Natur lässt sich nun einmal nicht planen.

Dennoch fanden sich genügend Teilnehmen, um – auf zwei Jeeps verteilt – zu starten: zunächst wurden wir von der Lodge aus auf der Ladefläche eines umgebauten LKWs zu einem in der Nähe gelegenen Hotels gebracht, dort ging es ein paar Meter am Fluss entlang um dann in kleinen, schmalen Booten den Fluss zu überqueren; dann ging es nochmals 5-10 Minuten zu Fuß weiter, bis wir am Startpunkt der Fahrt angekommen waren. Wieder ging es auf die Ladefläche eines Fahrzeugs, diesmal ein Pickup-Truck, auf dessen Ladefläche links und rechts Holzbänke montiert worden waren. Mit an Bord waren ein Fahrer sowie ein Tracker/Ranger, der dafür zuständig war, die Tiere zu finden.

Von dort aus ging es dann über drei Stunden lang über die teils sehr holprigen Pisten im Park, in der Hoffnung, möglichst viel zu sehen.

Das absolute Highlight kam dann bereits in der ersten halben Stunde, als unser Tracker ein Nashorn erspähte, zunächst noch etwas weiter im Buschwerk, aber auf die Straße zukommend – an einer Stelle war das Nashorn vielleicht noch ca. 5 Meter von uns entfernt, wie immer ein wirklich beeindruckender Anblick.

Weiter ging es, wobei danach kein wirkliches Highlight mehr zu sehen war – natürlich sahen wir unzählige Vögel (an deren Arten ich mich inzwischen nicht mehr erinnern kann), Kappuzineraffen, Rehe, Krokodile – unter anderem Gangesghariale, die im Gharial Breeding Centre gezüchtet werden, nachdem ihre Population in Freiheit binnen 40 Jahren von ca. 5.000 Tieren auf nur noch etwa 200 brütende Tiere (plus ca. 800 sich nicht fortpflanzende Tiere) in Freiheit abgesunken ist; Ghariale werden daher auch als stark vom Aussterben bedrohte Tierart gelistet.

https://www.wwfindia.org/about_wwf/priority_species/threatened_species/gharial/

http://www.dnpwc.gov.np/

http://www.dnpwc.gov.np/protected_areas/details/chitwannationalpark

Ab in die Berge nach Pokhara

Am 11. April hieß es dann Abschied nehmen vom Chitwan Nationalpark, es ging weiter ins Landesinnere und somit in die Berge: das Ziel des Tages hieß Pokhara.

Auch wenn die eigentliche Distanz bis zu unserem Ziel nicht wirklich groß war – nicht ganz 200 Kilometer – war unsere Fahrtzeit mit etwas über 6 Stunden doch eher lang, aber die Straßenverhältnisse in Nepal sind nun einmal anders als alles, was man in Europa vorfinden kann.

Vom Nationalpark aus ging es zunächst etwas zurück bis Bharatpur, bevor wir auf den Narayanghat-Mugling-Highway kamen – das Wort „Highway“ jetzt aber bitte nicht mit einer gut ausgebauten, 4- bis 6-spurigen Straße assoziieren. Diese Straße ist allerdings auch eine der wichtigsten Straßen von Nepal, sämtlicher Güterverkehr zwischen Indien und der Region um die Hauptstadt Kathmandu läuft über diesen Highway. Ist er gesperrt, erhält Kathmandu – zumindest über die Straße – keinen Nachschub mehr, alles müsste eingeflogen werden. Entsprechend sieht man auch einiges an Baustellen entlang dieses Highways, was aber scheinbar auch eher dazu geeignet ist, den schlechten Zustand zumindest nicht weiter absinken zu lassen als den Zustand der Straße auf ein gutes Niveau zu heben… aber immerhin ist die Straße zum größten Teil asphaltiert und nicht einfach nur loses Geröll.

An der Ortschaft Mugling ging es dann über die Trishuli Bridge auf die andere Seite des Flusses und noch mehr hinein in die Berge – und mit den Bergen kamen die Serpentinen, und mit diesen kam die Erkenntnis, dass weder Sabrina noch ich Fans von kurvenreichen Straßen sind, sobald wir nicht selbst am Steuer des Fahrzeuges sitzen… aber mit der einen oder anderen Pause, die eingelegt wurde, war die Fahrt zu überstehen. Bei einem Zwischenstopp baten wir dementsprechend Khushwant (unseren Reiseleiter), ob er versuchen könnte, für uns Plätze auf einem Flug von Pokhara nach Kathmandu zu bekommen; nach einigen Telefonaten teilte er uns mit, dass es noch nicht 100%ig sicher sei, aber aller Wahrscheinlichkeit  nach würden wir Plätze bekommen.

Und so versuchten wir, die Landschaft um uns herum weiter zu genießen, auch wenn wir an einer Stelle durch ein am Straßenrand in einer Kurve liegendes LKW-Wrack an die Gefahren der Straßen erinnert wurden. Einige Zeit nach besagtem Zwischenstopp wurden die Kurven aber auch wieder großzügiger ausgelegt, die Straße bestand auch wieder aus längeren geraden Abschnitten, wodurch sich die Reise dann auch wieder angenehmer gestaltete.

Sonnenaufgang über der Annapurna Range

Natürlich waren wir nicht in Pokhara um lang auszuschlafen – wenngleich ein paar Minuten mehr an Schlaf vielleicht auch nicht geschadet hätten… es ging wieder früh um 5 Uhr los. Mit dem Bus ging es durch das nächtliche Pokhara in Richtung Sarangkot, ein Bergdorf nördlich vom Phewa Lake bzw. Pokhara. Die Fahrt den Berg hinauf war schon ansich spektakulär, eine einspurige, teils recht steile Straße (nein, keine Einbahnstraße) mit engen Kurven, und das bei Dunkelheit. Unter uns waren oft die Lichter von Pokhara zu sehen, was einem zumindest etwas Orientierungsmöglichkeit gab.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sarankot

Ungefähr 20 Minuten vor 6 Uhr waren wir dann – den Rest zu Fuß gehend – auf dem Aussichtspunkt angekommen, zusammen mit schätzungsweise 100-150 weiteren Schaulustigen, denn hier wird einem nicht nur ein perfektes Bergpanorama geboten, wenn man so früh hier oben ist, bekommt man einen unglaublichen Sonnenaufgang über den 6 bis 8 Tausend Meter hohen Gipfeln der Annapurna Range zu sehen.

Mitten im Blick liegt dabei der Machapucharé oder Māchhāpuchchhre Himāl, übersetzt „Fischschwanz“, ein nicht ganz 7.000 Meter hoher Gipfel 25 Kilometer nördlich von Pokhara, der schon durch seine Form auffällt: den Spitznamen „Das Matterhorn von Nepal“ hat er definitiv nicht zu Unrecht.

Dieser Berg ist wohl einer der wenigen, auf dessen Spitze sich bis heute – zumindest offiziell – noch nie ein Mensch befunden hat. Eine Expedition schaffte es 1957 bis ungefähr 50 Meter unterhalb, musste dann aber wegen technischer Probleme umkehren, sicherlich auch frustrierend, nachdem man bereits 6.947 Meter bezwungen hat. Dennoch – 1964 wurde vom nepalesischen König ein Bergsteigeverbot für den Berg erlassen, da der Berg für die lokale Bevölkerung heilig ist.

Einzig einem Neuseeländer wird nachgesagt, dass er es, trotz des Verbots, bis auf den Gipfel geschafft habe – nachweisen lässt sich dies aber nicht, da er 1983 tödlich verunglückt ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Machapuchar%C3%A9

http://www.emmet.de/hb_anna.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Machapuchare

http://www.summitpost.org/machhapuchare/150279

Nachdem wir den Sonnenaufgang genossen hatten, entschieden wir uns dazu, mit dem Großteil unserer Reisegruppe zu Fuß wieder nach Pokhara zurück zu kehren; der Weg war recht abenteuerlich, es ging über Trampelpfade, Geröll, ungleichmäßige Treppen, alles immer etwas feucht vom morgendlichen Dunst… es war schon alleine dadurch anstrengend, dass man sich permanent konzentrieren musste, um nicht auszurutschen oder zu stolpern, dafür wurden wir aber den gesamten Weg nach unten mit ausgesprochen schönen Aussichten auf Pokhara belohnt.

Ein Spaziergang am Phewa Lake

Nach unserer Wanderung von Sarangkot zurück nach Pokhara waren wir erst einmal einigermaßen fertig, haben uns also erst einmal schlafen gelegt. Aber natürlich wollten wir nicht gleich den ganzen Tag verschlafen, denn eigentlich hatten wir ja noch vor, die World Peace Pagoda zu besuchen – woraus dann aber im Endeffekt doch nichts wurde. Also beschlossen wir am Nachmittag, nochmals ein paar Schritte durch Pokhara zu laufen, zunächst die Baidam Road nach Norden, dann direkt am See wieder zurück nach Süden, wo wir in einem Restaurant noch einige Mitreisenden trafen und uns dazugesellt haben.

http://en.wikipedia.org/wiki/Phewa_Lake

Auf Augenhöhe mit den Gipfeln nach Kathmandu

Am Morgen des 13. Aprils ging es weiter nach Kathmandu – nach dem nepalesischen Kalender übrigens ein besonderer Tag: es war der 1. Baishak 2069, oder aber auch einfach Neujahr, der erste Tag des Jahres 2069. Das Neujahrsfest wurde am Abend zuvor in Pokhara auch entsprechend gefeiert 🙂

Am Morgen gab es für mich gleich erst einmal eine Überraschung: da wir am Morgen des vorherigen Tages ja bereits bei Dunkelheit das Zimmer verlassen hatten, war mir überhaupt nicht aufgefallen, was für einen guten Blick wir eigentlich hatten – von der Friedenspagode auf der einen Seite bis hin zum Machupuchare war alles klar und deutlich zu sehen, insbesondere der Berg zeigte sich im Licht des Sonnenaufgangs wieder einmal von seiner schönsten Seite.

Nach einem kurzen Frühstück ging es dann mit einem Taxi los zum Flughafen, erfreulicherweise ohne jegliches Gepäck, denn das konnte mit unseren Mitreisenden zusammen die Strecke nach Kathmandu mit unserem Bus zurück legen. Wir mussten uns also nur um unser Handgepäck kümmern, in meinem Fall also der übliche Fotorucksack, Sabrina hatte auch nur einen kleinen Rucksack dabei.

Am Flughafen war schon recht viel los, es war ja auch ein Feiertag – außerdem gibt es in Nepal ja auch genügend Orte, die sinnvoll überhaupt nur per Flugzeug erreicht werden können, zumindest wenn man nicht ein paar Tage bis Wochen für die Anreise benötigen möchte. An allen Schaltern herrschte hektische Betriebssamkeit – bis auf den Schalter von Buddha Air, der Fluggesellschaft, mit der wir nach Kathmandu fliegen sollten: dieser Schalter war leer, und zwar vor und hinter dem Schalter…

Als ein Mitarbeiter des Flughafens unsere etwas ratlosen Blicke bemerkte fragte er uns, wann und wohin wir fliegen wollten, worauf wir mit „Nach Kathmandu mit Buddha Air um 8 Uhr“ antworteten… seine Reaktion? „Nein, sicher nicht“. Wieder ratlose Blicke von uns… daraufhin dann die Erklärung: „Heute sind alle Flüge mindestens 30 Minuten verspätet, der Flug wird eher 8:45 bis 9 Uhr starten“. Ok… klang ja schon deutlich besser… 😊

Seinem Hinweis folgend begaben wir uns dann erst einmal in das Flughafenrestaurant in der ersten Etage, von wo aus man auf der einen Seite einen perfekten Blick auf die einzige Bahn des Flughafens und auf der anderen Seite einen perfekten Blick auf den Machupuchare hat. Da wir noch eine Weile warten werden würden haben wir uns erst einmal Tee und Sandwiches bestellt.

Nachdem der Kellner die Bestellung aufgenommen hatte, kam er kurz danach wieder vorbei, mit der Info, dass der Check-In jetzt offen sei – und fragte, ob er das für uns erledigen sollte… warum auch immer, aus irgend einem Grund zögerten wir nicht, drückten ihm die Tickets und das Geld für die Flughafengebühr in die Hand und warteten. Irgendwann kam mir dann die Frage, ob die Entscheidung einem mir völlig fremden Menschen Tickets und Geld in die Hand zu drücken später eher als eine meiner dämlicheren Entscheidungen in meine persönliche Lebensgeschichte eingehen würde… und während ich so über diese Frage sinnierte, stand er mit den Bordkarten neben mir und drückte diese, ein Trinkgeld erwartend, mir wieder in die Hand.

Als wir mit Tee und Sandwiches durch waren schlenderten wir noch einmal gemütlich durch den kleinen Shop neben dem Restaurant, gingen dann aber hinab, um durch die Sicherheitskontrolle zu gehen, die hier – wie auch in Indien – nach Geschlechtern getrennt geregelt ist.

Nach der Kontrolle setzten Sabrina und ich uns in den Wartesaal und warteten auf eine Durchsage zu unserem Flug. Wirklich lange mussten wir nicht warten, dann wurden die Passagiere unseres Fluges zum Ausgang gebeten, wo es zu Fuß zum Flugzeug hinaus ging, einer ATR42 von Buddha Air. Unsere Sitze waren in der ersten Reihe des Flugzeuges, mit erfreulich viel Beinfreiheit. Für den Start musste ich zwar meinen Fotorucksack in das Gepäckfach verstauen, aber meine Kamera konnte ich bei mir behalten – noch bevor sich das Flugzeug überhaupt bewegt hatte fing ich an zu fotografieren, auch während des Fluges waren die Pausen meist auf die Zeit beschränkt, die ich zum Objektivwechsel benötigte…

Nach dem Start aus Pokhara ging es in einer Rechtskurve in Richtung Kathmandu, wobei wir auf ca. 4.000 Metern Höhe flogen, womit einige Berge auch weiterhin deutlich höher waren als unsere Flughöhe, viele aber auch auf oder unter uns lagen – das Panorama war einfach nur spektakulär.