Meine erste Japan-Reise: Tokio, Kyoto und Osaka

Japan war für mich immer eines dieser Länder, die ich unbedingt mal sehen wollte, aber nie so wirklich die Gelegenheit dazu hatte – warum auch immer. Sicherlich waren auch die vermuteten sehr hohen Kosten immer ein Grund, warum ich mich dann doch nicht näher mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Das änderte sich allerdings Ende 2013.

Zunächst fing es damit an, dass ich eine eMail von British Airways erhielt, in der günstige Preise nach Asien angeboten wurden, und zwar nicht nur in der Economy Class, sondern auch in der World Traveller Plus, der Premium Economy Class, welche einen deutlich größeren Sitzabstand bietet.

Als ich Ende 2013 nach Vancouver geflogen war, habe ich einen direkten Vergleich von Economy und Premium Economy erlebt: auf dem Hinweg in der regulären Economy war es schon sehr beengt, der Rückflug in der Premium Economy war tatsächlich komfortabel. Einen Flug in der Economy, der das Attribut „komfortabel“ verdient, war hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Insofern war für mich klar: wann immer es sich machen lässt, werde ich auf diese Klasse zwischen Economy und Business ausweichen.

Gesagt, getan: nachdem ein passender Termin gefunden war, die Flüge an diesen Daten auch zum gewünschten Preis erhältlich waren, habe ich meine Flüge gebucht. Hin sollte es, wie mit British Airways nicht anders zu erwarten: via London, nach Tokio Haneda gehen, zurück ab Tokio Narita auch wieder via London zurück.

Haneda ist der Flughafen, der deutlich näher an der Stadt liegt und in der Vergangenheit primär für Inlands- oder regionale Flüge benutzt wurde. Seit einigen Jahren wird der Flughafen aber auch mehr und mehr für Langstrecken benutzt. Für mich wird Haneda sicherlich der bevorzugte An- und Abflughafen für Tokio sein, wenn ich mich mal wieder in diese Richtung auf den Weg mache.

Nachdem ich mich für Flüge entschieden hatte, brauchte ich natürlich noch eine Route im Land. Die Orte, die ich besuchen wollte, waren für mich schon recht schnell klar gewesen: Tokio und Osaka waren von vorn herein als Ziele gesetzt, bei einem Blick auf die Karte fiel dann auch recht schnell die Wahl auf Kyoto als dritter Ort „dazwischen“.

Für die Fortbewegung im Land war auch sofort klar, dass mindestens eine Fahrt in einem Shinkansen, dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, dabei sein musste, auch einen Inlandsflug wollte ich dabei haben. Schlussendlich fiel die Wahl auf einen Fahrt mit dem Shinkansen von Tokio nach Kyoto, von dort per Nahverkehrszug weiter nach Osaka und von dort per Flugzeug zurück nach Tokio.

Am 19. Mai war es dann soweit – früh morgens hat mich Sabrina zum Flughafen gefahren, ohne Verspätung ging es dann bis Tokio.

 

Ankunft in Tokio

Nach fast 12 Stunden Flug (von London bis Tokio) bin ich am frühen Morgen auf dem Flughafen Tokio Haneda angekommen, der zu diesem Zeitpunkt insgesamt eigentlich doch ziemlich verwaist wirkte: fast überall leere Gates, kaum Flugzeuge auf dem Vorfeld unterwegs. Nach ein paar Minuten hielten wir dann an einem Gate, welches ich, im weitesten Sinne, als „Waldlauf-Gate“ bezeichnen würde: die Strecke von diesem Gate bis zur Passkontrolle war beeindruckend, dagegen ist die Strecke in Frankfurt von der Sicherheitskontrolle bis zum Gate A42 oder A44 (das hinterste Gate im Terminal 1A) gefühlt ein gemütlicher Spaziergang.

Dadurch, dass ich aus der Premium Economy heraus recht schnell aus dem Flugzeug aussteigen konnte, war die Schlange an der Einreise erfreulich kurz. Vom freundlichen Beamten wurde mein Pass kontrolliert, dann wurde ich per Webcam abgelichtet, zum Schluss sollten noch meine Fingerabdrücke eingescannt werden. Das stellte sich, warum auch immer, als schwierig heraus… ungefähr 5 oder 6 Anläufe waren nötig, wofür sich der Beamte mehrfach bei mir entschuldigte. Irgendwann war es dann aber so weit, alle Formalitäten waren abgeschlossen, ich durfte die Kontrolle passieren.

Mein Koffer tauchte kurze Zeit später auf dem Gepäckband auf, die Zollkontrolle war auch schnell durchlaufen – nun war ich offiziell endgültig im Land der aufgehenden Sonne angekommen.

Direkt im Terminal befand sich eine Touristen-Info, an der ich eine 72-Stunden-Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Tokio kaufen konnte. Diese Karte kann ich nur empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel – vor allem die U-Bahnen – sind zum Erkunden der Stadt hervorragend geeignet.

Also ging ich weiter zur Monorail-Station, von wo aus ein Zug bis zur Station Hamamatsuchon fährt, wo man in die U-Bahn-Station Daimon gelangt.

Den direkten Weg habe ich dort zwar nicht gefunden und bin somit erst einmal um den halben Block gelaufen, aber dann fand ich einen Eingang, mit dessen Beschriftung ich etwas anfangen konnte. Bis dahin war ich zwar schon an mindestens 3 weiteren Eingängen vorbei gegangen, diese waren aber nicht mit der erwarteten Beschriftung der Tokyo Metro Line versehen, sondern mit dem Namen der Toei Line. Mit der Asakusa Line fuhr ich zur Station Shimbashi, von dort per Ginza Line nach Akasaka-mitsuke, eine Station, die per Tunnel direkt mit der für mich idealen Station Nagatacho verbunden war.

Bei dieser Ankunft an der Station hatte ich offenbar meine Augen nicht offen, denn die klare, deutliche und auch übersichtliche Beschilderung der Ausgänge bzw. welchen Ausgang man für welche Straße oder auch für welches Hotel man nehmen sollte habe ich übersehen und bin damit erst einmal am falschen Ende aus der Station heraus gegangen. Damit habe ich den Weg zum Hotel zwar um einiges verlängert, gefunden habe ich es dann aber doch recht schnell.

Leider wurde ich im Hotel dann auch gleich mit den – zu erwartenden – Worten empfangen, dass ich erst ab 14:00 Uhr einchecken könnte, zu diesem Zeitpunkt war es gerade einmal 9:30 Uhr und ich wollte nach meinem Flug liebend gerne unter die Dusche… aber, keine Chance. Allerdings hatte die Zustellung meiner japanischen SIM-Karte geklappt, wodurch ich immerhin mobil Internetzugang hatte.

In Japan dürfen Touristen bzw. Geschäftsreisende übrigens keine normale SIM-Karte mit Telefonnummer erwerben, sondern nur eine reine Datenkarte. Da ich von einer früheren Reise noch über einen akku-betriebenen UMTS-Router verfügte, war dies aber auch kein Problem. Über die Firma eConnect Japan war die Bestellung und Zustellung der Karte zum Hotel erfreulich unkompliziert.

Mein Gepäck konnte ich im Hotel lagern, danach ging ich auf meine erste Erkundungstour. Später erhielt ich dann ein Zimmer in der 20. Etage, von wo aus man einen hervorragenden Blick über die Umgebung und die benachbarten Hochhäuser hatte.

 

Der erste Rundgang durch Tokio

Auf diesem Rundgang hatte ich kein wirkliches Ziel, also bin ich einfach erst einmal los gegangen und hab mich an jeder Kreuzung spontan entschieden, wohin ich gehen wollte. Lange Zeit hatte sich kein wirkliches Ziel herauskristallisiert, bis mir der Tokyo Tower in der näheren Umgebung aufgefallen ist.

 

Tokyo Tower

Der Tokyo Tower ist eines der Wahrzeichen Tokios, vielleicht sogar das eigentliche Wahrzeichen: er ist definitiv eine der auffälligsten Bauwerke in der Stadt.

Als Erstes fällt auf, dass der Turm dem Eiffelturm ähnlich sieht, wobei die Bemalung in einem knalligen Orangeton mit weißen Bereichen natürlich schon vom Original abweicht. Mit 333m ist der Tokyo Tower auch in der Höhe dem Eiffelturm nicht wirklich unähnlich: 324m ist das Original in Paris hoch.

Von der ersten Aussichtsplattform in 150m Höhe hat man bereits einen sehr guten Ausblick über die Stadt, wobei der Ausblick aus dem kleinen Observatorium in 250m diese natürlich schon nochmals um einiges übertrifft.

Während meines Besuchs lag jedoch auch der Großteil Tokios im Dunst versteckt, weshalb der Blick nicht wirklich optimal war. Aber den Kernbereich der Stadt war gut zu sehen.

Wieder zurück auf der Hauptplattform drehte ich hier nochmals eine Runde um den Turm, wobei mir jetzt auch die Glasfenster im Boden auffielen, die „Lookdown Windows“: für viele ist es auch gleich eine entsprechende Mutprobe, sich auf diese Fenster zu stellen, einige Gruppen von Jugendlichen haben sich um die Fenster herum aufgestellt gehabt und sind nacheinander darüber hinweg gegangen. Einige haben es nur mit geschlossenen Augen geschafft, andere haben nur einmal ganz kurz die Augen auf gemacht und sind dann (teils mit lautem kreischen/quietschen) vom Fenster runter gesprungen, und einige wenige sind von vorn herein mit offenen Augen und dem Blick nach unten durch das Fenster hinüber gegangen.

Etwas merkwürdig fühlt es sich schon an, auf einem dieser Fenster zu stehen, auch wenn einem – rational gesehen – natürlich klar ist, dass diese Fenster stark genug ausgelegt sind, auch mehrere Besucher gleichzeitig auszuhalten.

Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte habe ich mich – nach einem Blick auf die Uhr – auf den Rückweg zum Hotel gemacht.

 

Shibuya Crossing

Die wohl bekannteste Kreuzung Tokios: am nordwestlichen Ende der Shibuya-Station befindet sich eine Kreuzung, die tagtäglich (oder stündlich?) von zehn- bis hunderttausenden überquert wird. Alle paar Minuten läuft das Schauspiel auf die gleiche Weise ab: gerade fahren noch die letzten Autos über die Kreuzung, dann springen die Fußgängerampeln in alle Richtungen auf Grün. Die gerade noch menschenleere und autofreie Kreuzung ist binnen weniger Sekunden ein Meer von Passanten, die in jede nur erdenkliche Richtung gehen. Nach einiger Zeit beginnt sich die Kreuzung spontan wieder zu leeren, und schon fahren wieder die ersten Autos darüber.

Mal abgesehen davon, dass die Kreuzung durch die zahlreichen Leuchtreklamen sowieso schon ein Touristen-Magnet ist – aber dieses Schauspiel, welches sich den ganzen Tag bis in die späte Nacht hinein vollzieht, ist einfach zu schön anzusehen.

Die Bilder, die ich an bzw. auf der Kreuzung aufgenommen habe sind um ca. 21 Uhr am Abend entstanden, die Haupt-Welle der abendlichen Rush-Hour war da schon durch.

 

Ginza

An meinem zweiten Tag in Tokio sollte die Pracht-Einkaufsstraße, die Ginza, das erste Ziel sein. Leider war Petrus der Meinung, dass das keine gute Idee sei, es begann sehr stark zu regnen. Also entschloss ich mich kurzerhand, durch einige der großen Kaufhäuser auf der Straße zu laufen.

 

Shinjuku

Am Nachmittag besserte sich das Wetter zusehends, weshalb ich die Chance ergriff, einen weiteren Teil von Tokio zu besuchen. Die Wahl fiel jetzt auf Shinjuku.

Die Entscheidung hatte mehrere Gründe. Zum einen gilt dieses Viertel auch als eines der beliebtesten bei den Japanern selbst, außerdem gibt es hier eine größere Menge an Kamera-Geschäften. Da ich nämlich sinnigerweise mein Akku-Ladegerät zuhause gelassen hatte, hatte ich beschlossen, mir hier ein neues zu kaufen.

Rückblickend kann ich sagen, dass es klar war, dass auch hierbei dann Murphy’s Law zuschlagen würde: ich habe ein Ladegerät gekauft, also war von vorn herein klar, dass ich es nicht brauchen würde. Hätte ich keines gekauft….

So war es mir in jedem Fall lieber, ein zweites Ladegerät für die Kamera-Akkus kann nie schaden.

 

Yurikamome Line

Der letzte Ausflug dieses Tages führte mich nach Shimbashi, von wo aus ich mit der Yurikamome Line bis nach Toyosu gefahren bin. Auf dem Weg dorthin fährt man mit dieser vollautomatisierten (fahrerlosen) Bahn über eine künstliche Insel, die in der Bucht von Tokio aufgeschüttet wurde.

Auf der Fahrt geht es durch Hochhäuser-Schluchten hindurch, über die Regenbogen-Brücke hinweg, über die Insel Odaiba vorbei an einem Vergnügungspart sowie an Einkaufszentren und Autohäusern, an Hafenanlagen und Lagerhäusern vorbei, bis man, wieder inmitten einer Hochhaus-Wohnsiedlung an der Endstation Toyosu ankommt.

 

Der östliche Garten des Kaiserpalastes

Von meinem Hotel aus waren es nur ein paar Minuten zu Fuß bis zum Gelände des Kaiserpalastes. Öffentlich zugänglich ist davon allerdings nur der Garten auf der nordöstlichen Seite, ansonsten kann man nur von der Straße aus diverse Zufahrtstore sehen.

Das Gelände ist von einem breiten „Schlossgraben“ umgeben, entlang der Innenseite sieht man regelmäßig Soldaten patroullieren, damit es kein Eindringlich auf das Gelände schafft.

Am Tor zum Garten bekommt man eine Art Schlüsselanhänger als „Eintrittskarte“, die man dann am Ausgang wieder abgeben muss. Auf diese Weise wird kontrolliert, dass auch wirklich jeder Besucher am Ende der Öffnungszeiten wieder aus dem Park raus ist.

Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Ruinen bzw. Überbleibsel von alten Gebäuden, die hier früher einmal standen.

Kurz nachdem ich den Park verlassen hatte, begann ein heftiger Regenguss, weshalb ich meinen Plan, zu Fuß weiter zu gehen, aufgeben und in die U-Bahn umsteigen musste.

 

Yoyogi Park & Meiji Jingu

Im Tokioter Stadtbezirk Shibuya befindet sich der Yoyogi Park, am Wochenende einer der großen Treffpunkte für Jugendliche. Aber auch in der Geschichte Japans spielt der Park eine bedeutende Rolle: 1910 fand hier der erste motorisierte Flug Japans statt, nach dem zweiten Weltkrieg waren an seinem Rand- unter dem Namen „Washington Heights“ – von den amerikanischen Truppen Wohnquartiere errichtet, bei den olympischen Spielen 1964 wiederum wurde die Fläche des Parks auch genutzt, bevor er danach zum öffentlichen Park umgestaltet wurde.

Hier befindet sich auch ein von der Ehefrau des Meiji-tenno angelegter Garten, der – gegen eine überschaubare Eintrittsgebühr – für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Auf dem Weg in den Park hinein passiert man große Strukturen mit mehreren Sake- sowie Wein-Fässern. Diese wurden dem Schrein – Meiji Jingu – gespendet, im Falle der Weinfässer, von Weingütern der Bourgogne in Frankreich.

Auf dem Rückweg zum Hotel kam ich noch durch eine kleine Einkaufsstraße, die Omotesando Street. Hier reihten sich zahlreiche Independent Label für Bekleidung aneinander, sowie auch viele der großen Marken.

 

Der Schrein des Anstoßes: Yasukuni

Ein weiterer Shinto-Schrein auf meiner Tour war der Yasukuni Schrein in Tokio.

Grundsätzlich ist der Yasukuni Schrein erst einmal ein Schrein, in dem an die Toten von Kriegen erinnert wird. Allerdings liegt genau an der Stelle auch das Problem, denn in diesem Schrein werden auch einige in Prozessen verurteilte Kriegsverbrecher als „Heldenseelen“ verehrt. Diese Tatsache führt auch innerhalb Japans dazu, dass die Mehrheit – wenn auch eine knappe Mehrheit aller Japaner – dagegen ist, dass der Schrein von Politikern zu Festlichkeiten besucht wird. Vor Allem der Besuch am 15. August, der Tag der Kapitulation Japans am Ende des 2. Weltkrieges, wird von vielen als problematisch empfunden, da hier auch eine Beschönigung der Verbrechen Japans gesehen wird.

Viele Politiker entschlossen sich auch dazu, den Schrein nur „privat“ zu besuchen, und nicht in ihrer offiziellen Funktion, zum Beispiel als Premierminister. Es ist aber auch keine Überraschung, dass dieser kleine Unterschied von den regionalen Nachbarn Japans bestenfalls als schlechte Ausrede gesehen wird.

Im Gegensatz zu den Politikern haben die japanischen Kaiser – die Tenno – den Schrein seit 1979 nicht mehr betreten.

Abseits der politischen Kontroverse bleibt der Schrein natürlich auch ein Ort des Gedenkens, und zwar natürlich auch nicht nur der Kriegsverbrecher. Hier wird auch den Kriegswittwen, den -waisen, sowie auch den im Kampf umgekommenen Tieren – zum Beispiel Pferden und Hunden – gedacht.

Je nachdem, von welcher Seite aus man den Schrein betritt (ich bin durch den Seiteneingang hinein und durch den eigentlichen Haupteingang raus gegangen), merkt man allerdings schon, dass dieser Schrein – in Ermangelung einer besseren Beschreibung – „anders“ ist. Die Torii, durch die man das Gelände betritt, sind (sichtbar) aus Eisen/Stahl gefertigt, auf dem Gelände befinden sich Modelle von Kriegsschiffen, auch ein Museum mit einem Jagdflugzeug aus dem 2. Weltkrieg ist hier zu finden.

Alles in Allem ein deutlicher Kontrast zu der sonst eher ruhigen und friedlichen Atmosphäre, die man auf dem Gelände eines Schreins sonst vorfindet.

 

Kitanomaru National Garden

Der Kitanomaru Park ist seit 1969 für die Öffentlichkeit zugänglich. Er liegt genau zwischen dem Yasukuni Schrein und dem Gelände des Kaiserpalastes.

 

Zu Fuß bis Shinbashi

Vom Kitanomaru Park aus bin ich dann um den Kaiserpalast herum weiter in Richtung Südosten gegangen, am „Schlossgraben“ entlang, der an verschiedenen Stellen von Brücken überquert wird. Hier befindet sich, ganz in der Nähe der Metro-Station Otemachi, auch ein Zugang zum östlichen Garten des Kaiserpalastes.

Von dort hatte mich mir zunächst noch überlegt, ob ich oer Metro weiter fahre, habe mich dann aber doch dazu entschlossen, weiter zu laufen. Mein erstes Ziel war der nahegelegene Hauptbahnhof von Tokio, von dem aus ich am folgenden Tag in Richtung Kyoto fahren würde. Viel zu sehen oder zu erledigen gab es hier allerdings nicht, da ich meine Fahrkarte bereits gekauft hatte.

Im Zick-Zack-Muster ging es für mich nun weiter, bis ich den Bezirk Ginza durchquert hatte und am Bahnhof Shinbashi angekommen war. Hier waren Menschenmassen unterwegs: Menschen auf dem Weg zur Bahn, in Restaurants oder in die allgegenwärtigen Pachinko-Spielhallen.

Hier fand ich auch ein gut aussehendes Udon-Nudel-Restaurant, in dem ich mein letztes Abendessen in Tokio gegessen habe. Gut gesättigt bin ich dann wieder in mein Hotel zurück gefahren, um meinen Koffer zu packen.

 

Shinkanzen & Mount Fuji

Zeit für einen Ortswechsel.

Hier kam dann auch ein bisschen der technikbegeisterte Teil meiner Persönlichkeit durch. Ich war in Japan, dem Land, in dem weltweit die ersten Hochgeschwindigkeitszüge eingesetzt wurden – und zwar schon seit vor meiner Geburt.

Ein paar Tage zuvor hatte ich mir am Bahnhof die Verbindung herausgesucht, an den Fahrkartenautomaten der Japan Railways war das unproblematisch. Nur eine Online-Buchungsmöglichkeit habe ich vergeblich gesucht: es gibt zwar die Möglichkeit, online Fahrpläne zu durchsuchen, aber eine Buchung ist nicht möglich.

Ich wollte so gegen 11 Uhr los fahren – und zu meiner Überraschung wurden mir Shinkansen-Verbindung um 11:00 Uhr, 11:10 Uhr und 11:20 Uhr angezeigt. 3 Hochgeschwindigkeitszüge binnen 20 Minuten! Wenn man bedenkt, dass in Deutschland die ICE-Verbindungen im Idealfall stündlich laufen…

Ungefähr um 10:30 Uhr fand ich mich am Bahnhof ein, man kann ja nie wissen, ob der Zug nicht vielleicht doch auf einem anderen Gleis fährt… oder in umgekehrter Wagenreihung… oder es sind plötzlich zwischendrin ein paar Wagen gesperrt… aber hier passiert so etwas nicht: kein einziger Zug, den ich entweder gesehen habe, oder mit dem ich unterwegs war (fairerweise muss ich sagen, dass das gerade einmal zwei Züge waren) war auch nur eine Minute verspätet, die Wagen waren sauber und in technisch einwandfreiem Zustand, in der richtigen Reihenfolge am angegebenen Bahnsteig…

Mit meiner Fahrkarte hatte ich mir eine Sitzplatzreservierung im „Green Car“ gebucht, was der ersten Klasse entspricht. Hier hat man etwas mehr Beinfreiheit, außerdem befinden sich nur 4 statt 5 Sitze in jeder Reihe. Zu meiner Freude befand sich der Sitzplatz auf der rechten Seite des Zuges: beim Blick auf die Landkarte hatte ich mir „ausgerechnet“, dass auf dieser Seite der Mount Fuji zu sehen sein würde. Zu meiner Freude sollte ich hierbei Recht behalten.

Ein weiterer – kultureller – Unterschied zwischen der Deutschen Bahn (und den meisten weiteren europäischen Bahngesellschaften) und Japan: statt einem lustlosen „Fahrkarten!“ oder dem schon freundlicheren „Die Fahrkarten, bitte!“ wurde man hier mit einer Verbeugung begrüßt, dann sehr freundlich („Sir, may I have your ticket, please?“) um die Fahrkarte gebeten, nach der Kontrolle wurde sie dann mit dem Satz „Thank you very much, everything is in order. I wish you a very pleasant journey“ zurückgegeben. Danach folgte noch eine Verbeugung in meine Richtung, dann ging es weiter zum nächsten Fahrgast, bei dem die gleiche Routine dann wieder von Vorne begann. Alles, ohne Hektik, ohne Drängeln, immer in einem freundlichen und zuvorkommendem Tonfall. Auch bei jedem Betreten oder Verlassen des Wagons haben sich die Mitarbeiter der Bahngesellschaft zu den Fahrgästen gedreht und sich verbeugt.

Ob das auf allen Fahrten so abläuft kann ich zwar nicht beurteilen, ich bin ja nur einmal mit dem Shinkansen gefahren. Aber auch auf der noch folgenden Fahrt mit einem Nahverkehrszug nach Osaka war das Personal immer freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit.

Nach nicht ganz 2 Stunden und 20 Minuten ist mein Zug pünktlich im Bahnhof von Kyoto angekommen.

 

Ein erster Rundgang durch Kyoto

Der Bahnhof von Kyoto ist schon ein beeindruckendes Gebäude – 15 Etagen hoch und fast einen halben Kilometer lang. Ein komplettes Einkaufszentrum und unzählige Geschäfte, die Matcha-basierte Produkte aller Art verkaufen.

Zunächst bin ich aber erst einmal in mein Hotel gegangen, welches sich auf der Rückseite des Bahnhofs befand.

Nachdem ich mein Gepäck losgeworden war, ergab sich zunächst eine ganz profane Notwendigkeit: Bargeld. In Tokio war es kein Problem gewesen, gleich der erste Geldautomat, an dem ich versucht hatte Geld abzuheben, war kooperativ.

In Kyoto sah das anders aus.

Ich war schon kurz davor mir eine Fahrkarte nach Osaka zu kaufen, da ich hoffte, dass dort die Geldautomaten wieder freundlicher gesinnt sein würden, da entschied ich mich zunächst noch dazu, doch nochmals in einem weiteren, leicht schäbig wirkenden, Kaufhaus nach einem Geldautomaten zu suchen. Nach ca. 90 Minuten Suche und dem Ausprobieren von ca. 10 bis 15 Geldautomaten hatte ich endlich einen gefunden, an dem ich Geld abheben konnte.

Von dort aus bin ich dann noch etwas in Richtung Stadtzentrum gegangen. Als ich an der Shijo-Dori am Kamo angekommen war, waren nicht nur meine Füße platt, es war auch so Zeit, zum Hotel zurück zu kehren.

 

Kosho-Ji & Nishi Hongan-Ji Tempel

Nur wenige Fußminuten von meinem Hotel aus waren die ersten größeren Tempel zu finden: der erste Tempel war der Kosho-Ji Tempel.

Leider habe ich zu diesem Tempel nicht viel herausfinden können, da die Broschüren für Besucher in Englisch und Deutsch ausgegangen waren, Französisch gar nicht erst angeboten wurde und die restlichen Sprachen mir auch nicht weiter helfen konnten. Die ersten 8 Bilder zeigen diesen Tempel.

Direkt daneben befindet sich der Nishi Hongan-Ji Tempel, dem Haupttempel der buddhistische Jodo-Shinshu Sekte.

Beide Tempel waren für sich genommen schon von ihrer Architektur her beeindruckend, im Nishi Hongan-Ji Tempel konnte ich zudem auch einer Zeremonie beiwohnen, die ich zwar – mangels Erklärung vor Ort – nicht verstanden habe, die aber auf ihre Art eine Menge Ruhe ausgestrahlt hat. Und das, obwohl ein permanentes Kommen und Gehen von Tempelbesuchern zu beobachten war.

 

Burg Ni-Jo Jo

Mein nächstes Ziel, die Burg Ni-Jo Jo (alternativ hier noch ein Artikel auf Wikipedia), ist seit 1994 Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Die ursprüngliche Burg, die heute noch als äußere Burg zu sehen ist, wurde zwischen 1601 und 1603 erbaut, zwischen 1624 und 1626 wurde die Burg vom dritten Shogun Tokugawas, Iemitsu, um zusätzliche Gebäude erweitert. Im 18. Jahrhundert wurden einige Teile der Burg durch Feuer zerstört, dann aber in den folgenden Jahren wieder erbaut, zum Beispiel aus Anlaß des Besuchs von Shogunen.

Über die Jahrhunderte hinweg ist die Burg zeitweilig als Sitz des Kriegsministeriums, sowie auch als imperiale Villa verwendet worden. 1915 fand hier die Krönungszeremonie von Kaiser Taisho statt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der Meiji Regierung ein Gesetz verabschiedet, welches anordnete, Burgen abzureißen. Ni-Jo Jo entging diesem Schicksal, wobei auch diese Burg im zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde. In den Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges änderte sich die Einstellung der japanischen Regierung zu ihren historischen Gebäuden, diese wurden nun nicht mehr als Last, sondern als Teil der Herkunft des Landes sowie auch als Touristenattraktionen entdeckt.

Im Jahr 1939 wurde die Burg von der kaiserlichen Familie an die Stadt Kyoto übergeben, seit 1940 ist sie der Öffentlichkeit zugänglich.

 

Sanjocho

Nachdem ich die Burg Ni-Jo Jo wieder verlassen hatte, wollte ich mir die Stadtteile östlich des Kamo ansehen. Da ich aber nicht einfach nur an einer großen Straße entlang laufen wollte, entschied ich mich dazu, wieder einmal im „Zick-Zack-Muster“ durch Seitenstraßen zu laufen – diese befanden sich im Viertel Sanjocho.

Wie in den meisten Bereichen der Stadt finden sich hier Überbleibsel traditioneller Architektur gemischt mit unansehnlichen neueren Gebäuden.

 

Ein Schrein wird durch die Stadt getragen

Auf der anderen Seite des Kamo angekommen hörte ich zunächst aus der Entfernung rhythmisches Trommeln sowie die scheinbar durch ein Megaphon verstärkte Stimme eines Mannes. Ein paar Minuten später konnte ich sehen, wo diese Geräusche her kamen: vor mir wurde die Straße von Polizisten gesperrt, direkt dahinter kamen gut hundert Männer, die einen auf zwei langen Holzbalken gelagerten Schrein trugen.

Nachdem sie um die Ecke in eine Straße abgebogen waren sind sie zunächst noch ca. 300 Meter weiter gegangen, bevor sich die Rufe durch das Megaphon etwas änderten: alle blieben stehen, einen Moment lang tat sich nichts, bevor die Männer, die den Schrein auf ihren Schultern trugen begannen, synchron auf uns ab zu springen.

Ein paar Minuten später setzte sich der gesamte Tross wieder in Bewegung und verschwand hinter der nächsten Straßenecke.

 

Higashiyama-ku

Nachdem die Prozession weiter gezogen war, setzte ich meinen Weg in Richtung Osten weiter. Hier befand ich mich nun im Viertel Higashiyama-ku, welches sich zwischen dem Kamo und der Bergkette im Osten Kyotos erstreckt.

Auch in diesem Teil Kyotos finden sich Wohnbebauung, je näher man zur Bergkette kommt werden diese Häuser – zumindest dem optischen Eindruck nach – höherwertiger und teurer, während sich entlang der Straßen noch recht einfache Behausungen finden.

Hier fiel mir auch zum ersten Mal auf, dass an diesem Tag sehr viele Japaner in traditionellen Gewändern unterwegs waren, vor Allem die Frauen in ihren bunten Kimonos fielen auf. Dazu trugen viele auch die, ebenfalls traditionellen, Holzssandalen, die Getas: wirklich komfortabel wirken letztere für mich nicht.

Die Dichte der Menschen in Kimonos nahm immer mehr zu, bis ich den Yasaka Schrein erreicht hatte.

 

Yasaka Schrein

Der Yasaka Schrein (bzw. hier auf Wikipedia) ist Susanoo-no-mikoto, Kushiinadahime-no-mikoto und Yahashira-no-mikogami geweiht. Susanoo-no-mikoto hat in der japanischen Mythologie Yamata-no-orochi, eine große Schlange mit 8 Köpfen, besiegt.

Nach der Legende wurde der Schrein bereits im Jahre 656 gebaut. Durch die Entwicklung von Kyoto als Hauptstadt Japans wurde der Schrein über die Grenzen der Präfektur hinaus bekannt, heute existieren ungefähr 3000 „Satelliten“-Schreine überall im Land.

 

Weiter gehts nach Osaka

So langsam aber sicher ging meine Reise auf ihr Ende zu. Am 26. Mai war es Zeit, Kyoto zu verlassen.

Für die Weiterfahrt nach Osaka hatte ich mehrere Möglichkeiten: in nicht ganz 15 Minuten mit dem Shinkansen, in etwa 30 Minuten mit einem Eilzug, oder in 45 Minuten mit einem Nahverkehrszug. Ich entschied mich für die langsamste Variante.

Am Bahnhof von Kyoto habe ich mir zunächst wieder am Automaten die Fahrkarte gekauft, und bin dann zum Gleis gegangen. Hier zeigte sich dann allerdings eine Eigenart der japanischen Eisenbahnen, die Reisen für Ausländer zumindest nicht einfacher machen. Am Bahnsteig gab es zwar auch Anzeigetafeln, die die Züge in englischer Sprache ankündigten, sowie auch Durchsagen auf Englisch – nur wurde auf den Anzeigen sowie in den Durchsagen meist nur auf das Ziel des Zuges hingewiesen, nicht aber auf die Stationen bis dahin. Und auch wenn ich vermuten konnte, dass Züge nach Kobe oder Himeji von Kyoto aus zunächst über Osaka fahren würden, so war ich mir dann doch nicht absolut sicher.

Als ein weiterer Zug nach Himeji einfuhr fragte ich einen vorbei gehenden Mitarbeiter von Japan Railways, ob ich mit dem Zug auch nach Shin-Osaka kommen würde: er bestätigte es mir (in recht gutem Englisch), wies mich aber auch darauf hin, dass ich ca. 10 Minuten später auch mit einem Eilzug fahren könnte. Ich bedankte mich, erklärte, dass ich lieber den Nahverkehrszug nehmen wollte, was ihn zu freuen schien – es stellte sich heraus, dass er auf diesem Zug als Kontrolleur im Einsatz war.

Wenige Momente später fuhr der Zug ab. Die Fahrt führte durch die Vororte von Kyoto in zumindest etwas dünner bebaute Gebiete. Wirklich „auf dem Land“ ist man hier allerdings nie. Je näher wir Osaka kamen, desto voller wurde der Zug, weswegen ich auch ungefähr 10 Minuten vor der Ankunft in Shin-Osaka meinen Sitzplatz an einen älteren Herren abgetreten habe. Er schien sich darüber sehr zu freuen – er hat sich sehr dafür bedankt, bis hin dazu, dass er dann nochmals vom Platz aufgestanden ist, sich durch die Menschen im Gang durch gedrückt hat, bis er mir eine Handvoll Bonbons in die Hand drücken konnte.

Ich bedankte mich bei ihm – und dann waren der Zug auch schon in Shin-Osaka eingetroffen.

 

Osaka – der erste Rundgang

Nach meiner Ankunft in Shin-Osaka führte mich mein Weg zunächst erst einmal wieder per U-Bahn zu meinem Hotel, dem Richmond Hotel Namba Daikokucho, dem modernsten und neusten Hotel auf meiner Reise. Gewöhnungsbedürftig war allerdings die Tatsache, dass CNN als Fernsehsender zur Auswahl stand, allerdings nur mit japanischer Simultanübersetzung. Alle weiteren Sender waren rein japanische Programme. Aber auch hier war ich ja nicht, um das Fernsehprogramm zu genießen, sondern um mir die Stadt anzusehen.

Vom Hotel aus bin ich in Richtung Norden zur Namba Station gelaufen, wo ich mir – einmal wieder – einen Matcha Tee bei Starbucks gegönnt habe. Danach bin ich in die überdachte Einkaufspassage gegangen, in der sich aber nicht wirklich viel interessantes fand. Leider hatte es zwischenzeitlich begonnen zu regnen, weswegen ich zu diesem Zeitpunkt dann wieder ins Hotel zurückgekehrt bin.

 

Osaka Castle

Da ich mich nun ja insgesamt dem Ende meiner Reise näherte und ich nur einen einzigen vollen Tag in Osaka hatte, bin ich an diesem Tag zunächst gezielt zum Osaka Castle gefahren – ich hatte es schon aus der Distanz gesehen und wollte mir den An- und Ausblick nicht entgehen lassen.

Vom Hotel aus ging es zunächst mit der U-Bahn bis in die Nähe vom Park, der die Burg umgibt, dann zu Fuß weiter, bis zu einem der Eingänge.

Von der ursprünglichen Burg ist, außer Teilen der Befestigungsmauern, nichts mehr übrig, allerdings wurde das Hauptgebäude neu errichtet, wenn auch aus Beton gegossen, statt „Stein auf Stein“ gebaut.

1583 fertiggestellt wurde die Burg als „uneinnehmbar“ angesehen, bis sie, im Jahre 1615, eingenommen und zerstört wurde. Von 1620 bis 1630 wurde sie erneut errichtet, nur um bereits 35 Jahre später erneut zerstört zu werden, dieses Mal allerdings nicht durch kriegerische Auseinandersetzungen, sondern durch Blitzschlag.

Nun dauerte es fast 200 Jahre, bis die Burg im Jahre 1843 erneut aufgebaut wurde, aber auch dieser Bau hielt nicht lange: während der Kriege der Meiji-Restaurationen wurde sie bereits 1868 erneut zerstört. Die Überreste der Burg wurden nun zunächst als Kaserne benutzt.

1928 wurde der Hauptturm erneut errichtet, eine Spendensammlung, geleitet durch Osakas Bürgermeister, finanzierte die Rekonstruktion. Allerdings hat auch dieser Bau kein wirkliches Glück gehabt, da er während des zweiten Weltkrieges erneut stark beschädigt wurde. Erst 1997 wurde der Turm wieder errichtet.

Im Inneren befindet sich ein Museum, sowie ein Fahrstuhl, der einen gemütlich zur Aussichtsplattform auf der obersten Etage bringt. Von hier aus kann man einen sehr guten Blick über die Stadt genießen, bevor man sich, durch das Museum hindurch, wieder auf den Weg hinab macht.

 

Zu Fuß um den Tennoji Park

Meine nächste Station sollte der Tennoji Park sein.

Aber auch wenn ich den Park recht einfach gefunden habe, so war ich… warum auch immer… nicht dazu in der Lage, einen Eingang zu finden. Also habe ich den Park zu Fuß umrundet, bevor ich mich erneut zu einem Matcha Tee niedergelassen habe.

 

Midosuji & Dotonbori

Nach meinem Tennoji-Park-Fehlschlag habe ich mich dazu entschieden, ins Stadtzentrum zurück zu kehren, um dort über den Midosuji Boulevard wieder in Richtung Namba und meinem Hotel zurück zu kehren.

Der Midosuji Boulevard ist eine der Hauptstraßen Osakas, hier reihen sich Luxusmarken aneinander: neben Juwelieren, Mode-Labels befinden sich hier auch Autohäuser von Porsche, Ferrari und Maserati, um nur einige zu nennen.

Am Rande des Boulevards befindet sich das Vergnügungsviertel Dotonbori, in dem sich Restaurants an Pachinko-Hallen reihen.

 

Osaka Itami

Nun war es so weit – mein letzter voller Tag in Japan war angebrochen. Und somit auch mein letzter Morgen in Osaka. Da die Flüge von Japan nach Europa größtenteils als Tagesflüge durchgeführt werden, sollte mein Rückflug nach London am nächsten Morgen um 10:50 Uhr starten: das Risiko, mit einem separaten Ticket an dem Morgen von Osaka nach Tokyo zu fliegen wollte ich nicht eingehen, daher hatte ich mir für die letzte Nacht noch ein Hotel am Flughafen Narita gebucht.

Nach dem Auschecken aus meinem Hotel bin ich zunächst mal wieder mit der Midosuji Line – die U-Bahn-Linie, die ich in Osaka am häufigsten benutzt habe – gefahren, dieses Mal bis zur nördlichen Endstation Senri-chuo.

Von dort ging es den restlichen Weg erneut mit einer Einschienenbahn/Monorail weiter. Diese hatte ihre Endstation direkt am Terminal von Osaka Itami, dem primär für Inlandsflüge genutzten Flughafen Osakas.

 

Ein kleiner Rückfall in alte Hobbys

Im Terminal bin ich zunächst direkt zum Japan Airlines Check-In-Schalter gegangen, wobei ich versehentlich erst einmal zielstrebig den internationalen Check-In Bereich angesteuert habe. Von dort wurde ich dann aber freundlich in Richtung des Bereichs für die Inlandsflüge weiter verwiesen. Erfreulicherweise hatte ich bis dahin nicht lange in der Schlange stehen müssen, da ich mir für diese eine Strecke ein Ticket in der First Class gegönnt hatte – ja, Japan Airlines hat auf Inlandsstrecken tatsächlich eine First Class.

Nachdem ich mein Gepäck los geworden war bin ich zuerst einmal auf die Aussichtsterrasse gegangen – ich schaue auch heute noch gerne Flugzeugen beim Start und der Landung zu. Da ich am Flughafen einiges an Zeit übrig hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt.

Nachdem ich so ziemlich jeden Flugzeugtypen gesehen hatte, der in Itami eingesetzt wird, habe ich mich in die Lounge begeben, um auf den Abflug nach Tokio zu warten. Hier wollte ich dann auch gleich die Chance des vorhandenen Internet-Zugangs nutzen, um für meinen Rückflug nach Frankfurt über London am nächsten Tag einzuchecken.

Allerdings war der Versuch nicht von Erfolg gekrönt, da mir am Ende des Check-In-Vorgangs angezeigt wurde, dass die Airline noch weitere Informationen benötige und ich deswegen nicht online einchecken könnte. Etwas genervt versuchte ich zunächst eine Telefonnummer von British Airways zu finden, hatte aber zeitgleich auch noch eine Anfrage per Kontaktformular abgeschickt.

Etwas später hatte ich noch die Idee, über die Webseite checkmytrip.com meinen aktuellen Reiseplan abzurufen: ich war dann doch überrascht, als ich, zusätzlich zu meinem British Airways Flug von Narita über London Heathrow nach Frankfurt, den Japan Airlines Nonstop-Flug von Narita nach Frankfurt in meiner Buchung fand.

Nach meiner Ankunft in Tokio habe ich es telefonisch bei British Airways versucht, aber das Büro in Japan war bereits geschlossen. Eine Anfrage über Twitter wurde binnen weniger Minuten beantwortet: der Flug von London nach Tokio wäre an diesem Tag so sehr verspätet, dass mein Flug von Tokio nach London am folgenden Tage auch mit mehr als einer Stunde Verspätung starten würde: dadurch würde ich dann allerdings meinen Anschluss nach Frankfurt verpassen, weswegen ich vorsorglich auf den Japan Airlines Flug umgebucht worden sei.

Also habe ich die Japan Airlines Seite aufgerufen und dort eingecheckt. Leider konnte ich keinen Fensterplatz mehr reservieren, aber ein Gangplatz war weiterhin möglich.

Erfreulicherweise stellte sich am nächsten Morgen dann auch noch heraus, dass auf meinem Flug eine Boeing B777-300ER mit der neuen Premium Economy von Japan Airlines im Einsatz sein würde: ich hatte den Flug mit British Airways nach Tokio ja schon als komfortabel empfunden, aber Japan Airlines hat diesen Eindruck nochmals deutlich übertroffen.

 

Das Highlight zum Abschluss: Mount Fuji von oben

Nach dem Start des Fluges von Osaka nach Tokio wurden alle Passagiere der First Class – diese war restlos ausgebucht – zunächst mit einem recht umfangreichen Abendessen versorgt, es war köstlich.

Vom Routenverlauf her hatte ich ja eine gewisse Hoffnung, und zwar, dass ich unterwegs vielleicht nochmals einen kurzen Blick auf den Mount Fuji werfen könnte. Dabei hätte mich das Essen fast noch abgelenkt, aber beim Blick aus dem Fenster sah ich beim Blick nach schräg vorne die Silhouette des Berges, der seit 2013 auch Teil Weltkulturerbes ist.

Ein passender Abschluss für diese – durch und durch gelungene – Reise.

Auch wenn ich diesen Satz schon nach vielen Reisen gesagt bzw. geschrieben habe: dieses Land wird mich definitiv wieder sehen.

 

Vom Land der aufgehenden Sonne zurück nach Europa

Am nächsten Morgen war es dann endgültig so weit: mein Rückflug stand an.

Da ich das Hotel mal wieder ohne Frühstück gebucht hatte – der Aufpreis war absurd hoch – habe ich mir im Flughafen noch ein letztes Mal mein persönliches japanisches Lieblingsfrühstück gegönnt: eine Zimtschnecke und ein Matcha Latte bei Starbucks.

Ja, ich weiß. An Starbucks ist nicht wirklich viel japanisch. Na und? Es hat mir geschmeckt – das ist für mich die Hauptsache.

Nach dem Frühstück bin ich durch die Sicherheitskontrolle gegangen, habe mich in der Lounge eingefunden (die bei Japan Airlines, erfreulicherweise, auch den Premium Economy Passagieren offen steht) und habe auf meinen Rückflug nach Frankfurt gewartet.

An Bord der Japan Airlines Boeing B777-300ER fand ich dann noch die neue Premium Economy vor, was den Flug zu einem ausgesprochen komfortablen Erlebnis machte… 🙂

 

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