Von Delhi bis Kathmandu im April 2012: Indien

Nach langer Zeit war es Ende März 2012 endlich mal wieder so weit: nicht nur ging es für mich seit 2007 zum ersten Mal wieder aus Europa raus, es standen wieder einmal Länder auf dem Programm, die ich bisher noch nie besucht hatte: Indien und Nepal.

Für beide Länder war ein Visum notwendig, wobei das für Nepal auch an der Grenze hätte beschafft werden können: da wir in Frankfurt aber erfreulicherweise nicht nur ein indisches Konsulat gibt, sondern auch eines von Nepal, haben wir uns dazu entschieden, gleich beide Visa vorab zu beantragen.

Für Indien wird diese Aufgabe von einem externen Dienstleister übernommen, was aber auch problemlos und schnell geklappt hat – binnen einer Woche hatten wir unsere Pässe mit Visum zurück. Die Visumsbeantragung für Nepal war sogar noch einfacher – zum Konsulat fahren, Antrag ausfüllen, Gebühr bezahlen, ca. 15-20 Minuten warten und schon hat man seinen Pass mit Visum wieder in der Hand.

Unsere Reise hatten wir beim Veranstalter „G Adventures“ gebucht, der Routenverlauf war von Delhi nach Jaipur, Agra, Orchha, Varanasi, dann über die Grenze nach Nepal nach Lumbini, in den Chitwan National Park, nach Pokhara und zum Schluss nach Kathmandu.

http://www.gadventures.com/trips/delhi-to-kathmandu-adventure/AHDK/2012/

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New Delhi, India Gate

Nachdem wir uns am frühen Nachmittag des 31. März mit unserem Tourguide getroffen hatten, war für den späteren Nachmittag ein Rundgang zum India Gate und wahlweise noch zum Connaught Place angesetzt.

India Gate wurde im frühen 20. Jahrhundert von der britischen Kolonialmacht errichtet, um den gefallenen Soldaten unter anderem des 1. Weltkrieges sowie dem Krieg an der Nordwestgrenze zu Afghanistan im Jahre 1919 zu gedenken, die Namen von über 100.000 Soldaten sind eingraviert worden.

Der Bogen wurde dem Arc de Triomphe in Paris nachempfunden, entworfen wurde er vom britischen Architekten Edwin Lutyens.

Weitere Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/India_Gate

Auf dem Weg von unserem im Viertel Karol Bagh gelegenen Hotel zum India Gate haben wir als erstes die Metro von New Delhi kennen gelernt – wobei wir, bevor wir einen der Züge von innen sehen konnten, zunächst durch Metalldetektoren durch mussten: schon ungewöhnlich, wenn man bedenkt, wie einfach und – vor allem – unkontrolliert wir hier in Europa in unsere Züge einsteigen.

Da wir uns zu diesem Zeitpunkt bereits der Rush Hour näherten, waren die Züge schon recht gut gefüllt – wie voll sie werden können, haben wir dann aber erst auf dem Rückweg erlebt.

Von der Station Karol Bagh aus ging es per Zug der Blue Line bis Rajiv Chowk, von dort mit der Yellow Line bis zur Station Central Secretariat – von hier dann weiter zu Fuß. Nach ein paar Metern waren wir an der Straße Rajpath angekommen, die vom Präsidentenpalast aus in einer geraden Linie bis hin zum India Gate führt, links und rechts der Straße sind Grünflächen, die von den Einwohnern Neu Delhis scheinbar auch gerne zur Entspannung oder einem gelegentlichen Picnick genutzt werden.

Hier konnte ich dann auch die ersten mobilen Verkaufsstände – umgebaute und mit Waren zugehängte Fahrräder – sehen, ein Anblick, der zu diesem Zeitpunkt für mich noch neu war, was sich im Laufe der weiteren Reise dann aber doch recht schnell geändert hat.

Auch der Straßenverkehr in Indien kam mir hier noch chaotisch und hektisch vor – rückblickend muss ich sagen, dass der Verkehr in Delhi schon fast harmlos und gesittet gelaufen ist… auch wenn hiesige Verkehrspolizisten sicher auch in Delhi schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden: es gibt schon einen triftigen Grund dafür, warum manche davon überzeugt sind, dass „India“ eine Abkürzung für „I nearly died in accident“ ist.

Nach unserem Rundgang um das India Gate ging es für uns die gleiche Strecke wieder zurück, diesmal mit dem Blick auf dem Präsidentenpalast, um dann wieder mit der Metro nach Karol Bagh zurück zu fahren und uns im Hotel auf die frühe Abreise am nächsten Morgen vorzubereiten.

Per Zug von Delhi nach Jaipur

Am nächsten Morgen war es dann so weit – zunächst hieß es früh aufstehen, denn unser Zug fuhr bereits um 6:05 Uhr ab.

Nachdem wir uns also kurz nach 5 Uhr an der Rezeption vom Hotel mit dem Rest der Gruppe getroffen haben, wurden wir auf mehrere Kleinbusse verteilt, die uns, samt Gepäck, zum Bahnhof von Neu Delhi gebracht haben. Hier angekommen ging es mal wieder durch Metalldetektoren, das Gepäck wurde durchleuchtet, und schon waren wir auf unserem ersten Bahnsteig in Indien angekommen.

Nun hieß es warten, da der Zug noch nicht eingetroffen war. Als er dann eintraf, konnten wir eine weitere Eigenart der indischen Bahnen beobachten: die Züge fahren im Schneckentempo in den Bahnhof ein, regelmäßig hupend, damit eventuell noch immer auf den Gleisen herumlaufende Personen sich schnell genug aus dem Staub machen können.

Bald darauf hatten wir im Zug Platz genommen und die Fahrt ging los, zunächst noch durch einige Bezirke von Neu Delhi, dann durch Vororte, am Flughafen vorbei, dann wurde es ländlich – der Blick auf dem Fenster präsentierte einem bereits ein ziemliches Kontrastprogramm, einige der gravierendsten Probleme Indiens wurden auch sehr schnell sichtbar, das am schnellsten erkennbare: überall herumliegender Müll, für den sich niemand zuständig fühlt, den auch keiner wegräumt. Entlang der gesamten Strecke – gleiches galt auch auf unseren weiteren Bahnfahrten – lag tonnenweise Müll, oft genug auch dadurch, dass er schlichtweg einfach aus dem fahrenden Zug geworfen wurde.

Die weitere Fahrt führte uns durch ländliche Regionen, kleine und mittelgroße Orte, an Fabriken und Feldern vorbei, durch zahlreiche Bahnhöfe und über etliche Bahnübergänge: was diese angeht, so gelten in Indien auch ganz eigene Gesetze, das oberste Gesetzt lautet dabei: alle stellen sich ganz vorne an.

Auf einer regulären Straße (eine Spur je Richtung) werden regelmäßig einfach gleich auf ganzer Breite mindestens 3 oder 4 Spuren nebeneinander aufgemacht, natürlich auf beiden Seiten des Bahnübergangs. Dass dies den Verkehr nach Öffnung der Schranken natürlich nicht unbedingt reibungslos fließen lässt, dürfte für jeden Beobachter, wie auch jeden Teilnehmer, klar sein, aber vielleicht gewinnt man ja dennoch ein paar Sekunden im Vergleich zum schnöden Anstellen am Ende der Schlange – egal, dass die Sekunden dadurch erkauft werden, dass wirklich alle minutenlang warten müssen, so lange der Verkehrsknoten am Bahngleis langsam entheddert wird.

Nach circa 4 Stunden Zugfahrt trafen wir dann am späten Vormittag in Jaipur ein, wo wir uns durch das Chaos des Bahnsteiges zu Rickshaws durchkämpften, von denen wir durch Jaipur hindurch zu unserem Hotel, dem Bissau Palace, gefahren wurden.

In einem der Rickshaws präsentierte der Fahrer ganz stolz den Fahrgästen auf seinem Telefon den Titel „Barbie Girl“ von Aqua als den aktuellen Superhit… sehr zur Freude der Fahrgäste… 🙂

Jaipur – die rosarote Stadt

Nach unserer Ankunft hatten wir, wie auf unserer Tour üblich, zunächst etwas Zeit, uns im Hotel zu erfrischen, danach ging es auf einen Orientierungsrundgang.

Vom Hotel aus ging es somit die Straße hinab zum Obst- und Gemüse-Markt, wo wir später auch noch günstig eingekauft haben. Von hier aus ging es einmal um die Ecke und schon befanden wir uns am Chandpol Gate, dem westlichen Eingang zur „Pink City“.

Entlang des Chandpol Bazar konnten wir nun unzählige kleine Geschäfte sehen, in denen Gewürze, Obst und Gemüse, Reis und Nudeln, Elektronik, Werkzeuge, indische Klimaanlagen, Koffer, Brautmoden sowie alles andere, was man sich ausdenken kann, angeboten wurde.

Unterwegs kamen uns noch Mitglieder der „King’s Band“ in voller Montur entgegen, die regelmäßig auf Veranstaltungen, Paraden und Hochzeiten auftreten.

Während wir uns so langsam aber sicher den Chandpol Bazar entlang bewegten fiel uns auch zum ersten Mal ein Phänomen auf, welches uns die ganze Reise über begleitete: wir waren vielleicht in Indien um die dortigen Attraktionen zu sehen, für viele Inder wiederum war aber eine Gruppe nicht-indischer Besucher (15 Besucher, davon 14 Frauen, viele davon auch noch blond) eher eine „besuchende Attraktion“: regelmäßig konnte man Menschen jeden Alters dabei beobachten, wie sie – ganz „unauffällig“ natürlich – zufälligerweise ihre Handy-Kameras in unsere Richtung hielten und versuchten, so viele Mitglieder der Gruppe aufzunehmen, wie möglich.

Weiter ging es dann in Richtung City Palace, ein Palast, der auch heute noch zu einem Teil von der Familie des Maharajas bewohnt wird – der andere Teil ist zu einem Museum für die Geschichte von Jaipur umfunktioniert worden. Sehenswert ist auch die astronomische Sternwarte Jantar Mantar gegenüber vom Palast.

Auf dem Weg zurück zu unserem Hotel kamen wir noch an einer weiteren Sehenswürdigkeit der Stadt vorbei, dem Hawa Mahal, auch „Palast der Winde“ oder „Palast der Balkone“ genannt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jaipur

http://en.wikipedia.org/wiki/Jaipur

Jaipur – Amber Fort

Eines der Highlights unseres Besuchs in Jaipur war die Besichtigung vom Amber Fort, einer ca. 10 Kilometer außerhalb von Jaipur liegenden Festung. Das Wort „Amber“ hat dabei nichts mit Bernstein (englisch „amber“) zu tun, sondern damit, dass es sich zur Zeit seiner Erbauung in der Stadt Amber befand, welche heute ein Teil von Jaipur ist.

Das Amber Fort war der Sitz des regierenden Kachhawa Clans, es wurde aus weißem Marmor und rotem Sandstein erbaut: die Bauweise ist, wie oft in Indien, eine Mischung aus indischer und arabischer Architektur.

Das heute zu besichtigende Fort wurde ab dem Jahre 1592 im Auftrag von Raja Man Singh I auf den Überresten einer vorher dort stehenden Festung errichtet, über die nächsten 150 Jahre haben verschiedene Herrscher an der Festung ihre (architektonischen) Spuren hinterlassen, bis schließlich der Kachhawa Clan seinen Regierungssitz nach Jaipur verlegte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Amber_(Indien)

http://www.tourismtravelindia.com/rajasthanportal/touristattractions/amberfort.html

Bevor man das Fort erreicht geht es entlang des Maota Lake, dann über eine Mauer, die diesen begrenzt; von dieser Mauer hat man einen guten Blick auf das Fort, aber auch auf den See, nur dass man beim Blick in den See lieber nicht direkt ins Wasser schauen sollte, da dies den ungetrübten Anblick doch ruinieren kann: es schwimmen unmengen an Fischen und Blumen – soweit so gut – an der Mauer entlang, aber leider auch Plastiktüten und sonstigen Müll, denn Besucher, ohne darüber nachzudenken, hier einfach ins Wasser geworfen haben.

Das Fort besteht aus verschiedenen Teilen, wie der Diwan-e-Aam (Ort für öffentliche Audienzen), dem Diwan-e-Khas (Ort für private Audienzen), dem beeindruckenden Sheesh Mahal (Spiegelpalast) und dem Sukh Niwas, in dem durch Wasserkaskaden immer ein angenehm kühles Klima herrschte.

Jaipur – Jal Mahal

Auf dem Weg zurück vom Amber Fort nach Jaipur hielten wir noch kurz am Jal Mahal, dem im Man Sagar Lake gelegenen Wasserpalast.

Optisch wird dieser Palast von Besuchern auch gerne für das z.B. aus dem James Bond Film Octopussy bekannte Lake Palace Hotel in Udaipur gehalten, es handelt sich aber durchaus um zwei unterschiedliche (und ca. 300km von einander entfernte) Bauwerke.

Im 18. Jahrhundern inmitten des Sees gebaut wurde das Jal Mahal mehrere Jahren renoviert, die Renovierung wurde 2011 abgeschlossen: uns wurde auf unserer Reise gesagt, dass hier demnächst ein Restaurant eröffnet werden soll, einige im Internet nachlesbare Artikel sprechen von einem 100- sowie einem 330-Betten-Hotel im oberen Preissegment, speziell auf Konferenzen ausgerichtet; die Webseite der Betreibergesellschaft ist allerdings leer – mehr als ein weißer Bildschirm erscheint nicht, wenn man bedenkt, dass bereits im August 2010 in einem Zeitungsartikel die Eröffnung für Oktober (des gleichen Jahres) angekündigt wurde, wird sich wohl zeigen müssen, ob dieser Palast wirklich wieder eröffnet wird.

http://en.wikipedia.org/wiki/Jal_Mahal

Jaipur – Durch die Strassen zum Markt

Da wir wussten, dass wir am nächsten Morgen wieder einige Zeit im Zug verbringen würden, diesmal ein Zug, in dem es nichts zu Essen geben würde, beschlossen wir, am Nachmittag nochmals zurück zum Markt am Chandpol Gate zurück zu kehren, um uns mit frischem Obst für die Fahrt einzudecken.

Zunächst ging es durch die schmale Straße am Hotel, vorbei an einzelnen mobilen Verkaufsständen, bis zum Markt, wobei uns beim ersten durchlaufen kein Stand besonders sympathisch erschien. Also beschlossen wir, einfach noch ein bisschen weiter zu laufen. Dabei kamen wir an mehreren Hotels vorbei – bei denen wir froh waren, dass wir darin nicht untergebracht waren, wobei auch eine wirkliche Kuriosität dabei war: das Bismillah Hotel hat auf den ersten Blick eine geradezu futuristische Fassade – schaut man aber genau hin, sieht man durch die Fenster hindurch, dass hinter der Fassade tatsächlich ein altes Gebäude steht, welches durch die davor gesetzte Fassade versteckt wird.

Auf den Straßen waren um diese Zeit, wie eigentlich immer, zahllose Menschen unterwegs, es begegneten einem traditionelle Saris und Dhotis genau so wie westliche oder arabisch anmutende Kleidung. Und natürlich waren hunderte Rickshaws unterwegs, sowie auch dutzende – teils recht abenteuerlich beladene – Lastwagen.

Schlussendlich kehrten wir dann wieder auf den Markt zurück, kauften ein paar Mangos, Weintrauben, Äpfel und Bananen, zahlten, und gingen wieder unseres Weges zurück zum Hotel.

Vor dem Hotel war dann noch eine Kuriosität geparkt: ein Rickshaw mit Werbung auf Holländisch…

Jaipur – Bissau Palace Hotel

Ich werde jetzt sicherlich nicht jedem unserer Hotels einen eigenen Artikel widmen, aber das Bissau Palace hat einen verdient.

Inmitten der doch recht quirligen und lauten Stadt Jaipur befindet sich dieser alte Palast, der zu einem Hotel umgebaut wurde. Die Zimmer sowie die öffentlichen Bereiche sind mit einer kaum zu beschreibenden Liebe zum Detail renoviert worden und werden, allem Anschein nach, sehr gut gepflegt.

Zusätzlich verfügt das Hotel über eine Dachterrasse, von der man einen herrlichen Blick über die Stadt hat, sowie auf eine der Festungen, die sich in Jaipur befinden. Leider war das „Rooftop Restaurant“ während unseres Aufenthalts geschlossen, aber dennoch (oder vielleicht auch gerade weil es da oben so ruhig war) war es für uns in den zwei Tagen der bevorzuge Rückzugsort.

http://www.bissaupalace.com/

Zugfahrt von Jaipur nach Agra

Am 3. April war es wieder so weit, die Tour ging weiter zum nächsten Ort: an diesem Tag war unser Ziel Agra.

Daher hieß es wieder „früh aufstehen“, denn um kurz nach 6 Uhr morgens ging bereits wieder unser Zug, der uns in etwas über 4 Stunden bis nach Agra, zur Agra Cantt Railway Station, brachte.

Entlang der Strecke waren wieder einmal zahllose Ortschaften zu sehen, mit Gebäuden in verschiedenen Stadien des Verfalls (gelegentlich auch gleich mit der Aufschrift „Abandoned“ – also „Verlassen“), gelegentlich auch bereits mit recht kräftigen Bäumen, die aus ihrer Mitte heraus wuchsen, einige Baustellen, die den Eindruck erweckten, dass sie es nie bis zu einem fertigen Gebäude schaffen würden, zahllose Bahnübergänge an denen auch wieder das bereits bekannte Verfahren „alle ganz nach vorne“ praktiziert wurde, aber auch etliche belebte Ortschaften, in denen das Leben ganz normal seinen Gang zu gehen schien.

Im Laufe der Fahrt wurde dabei die Landschaft auch immer trockener, was sich auf der folgenden Zugfahrt noch fortsetzen sollte – was auch dazu führte, dass nun plötzlich nicht mehr nur Pferde oder Esel dazu benutzt wurden, um Karren die Straße entlang zu ziehen: nun konnten wir immer mehr Kamele im Dienst sehen.

Das Agra Fort

Nach unserer Ankunft in Agra ging es, wie üblich, zuerst ins Hotel, wo wir uns etwas erfrischen konnten, außerdem hatten wir noch Zeit für ein Mittagessen, bevor es wieder los ging. Unser erstes Ziel war das Agra Fort.

Der Bau des Forts, welches auch das Rote Fort genannt wird, begann 1565 unter Kaiser Akhbar. Die Mauern, welches den aus rotem Sandstein und weißem Marmor gebauten Komplex umgibt, ist 2,5 Kilometer lang, in ihr befinden sich zwei Tore, das Delhi Gate und das Amar Singh Gate. Ursprünglich wurde das Delhi Gate hauptsächlich benutzt, heute gelangt man jedoch nur noch durch das Amar Singh Gate hinein.

Nachdem man das Tor passiert hat geht man in einem relativ schmalen Gang bergauf, was unter anderem auch als Verteidigungsmechanismus gedacht war: wären hier Angreifer eingedrungen, hätten sie zunächst den Nachteil, bergauf laufen zu müssen, außerdem hätten die Truppen innerhalb des Forts zur Verteidigung Gegenstände diese Steigung hinabrollen lassen können.

Das Fort besteht aus zahlreichen Palästen, das Khas Mahal, das Shish Mahal, Muhammam Burj, außerdem finden sich hier Räume für Empfänge. Einige davon wurden von Shah Jahan gebaut, der auch das Taj Mahal errichten ließ. Die Erweiterungen, die er hinzufügen ließ sind großteils in weißem Marmor errichtet worden, oft mit Edelsteinen, die in den Marmor eingelassen wurden. An manchen Stellen sieht man bis heute noch Edelsteine – viele wurden jedoch bereits im Laufe der Jahre von Besuchern mitgenommen.

Zwei Moscheen, auch aus weißem Marmor errichtet, befinden sich auch im Fort, die Moti Masjid, welche von Shah Jahan errichtet wurde, sowie die Nagina Masjid, die von seinem Sohn Aurangzeb erbaut wurde.

Shah Jahan wurde von seinem Sohn im Agra Fort gefangen gehalten, nachdem dieser die Macht übernommen hatte. Der Sage nach ist Shah Jahan im Musammam Burj gestorben, ein Turm am Rande des Forts, von dem aus er von einem aus Marmor gebauten Balkon Blick auf das Taj Mahal hatte: mit dem Blick in genau diese Richtung soll er nach seinem Tode gefunden worden sein.

Das Agra Fort ist Teil des UNESCO Weltkulturerbe.

http://whc.unesco.org/en/list/251

http://asi.nic.in/asi_monu_whs_agrafort.asp

http://agrafort.gov.in/