Indien & Nepal 2012: Durch Kathmandu zum Affentempel Swayambunath

Von unserem Tourguide Khushwant hatten wir erfahren, wann die Gruppe mit dem Bus ungefähr in Kathmandu eintreffen würde, und dass sie zunächst zum Affentempel Swayambunath fahren würden, bevor sie weiter in die Stadt hinein fahren. Also beschlossen wir nach der Ankunft im Hotel uns auch dorthin auf den Weg zu machen, in der Hoffnung, die anderen dort zu treffen.

Unser Reiseführer, den ich vor meiner Abreise noch schnell gekauft hatte, half jedoch nicht wirklich bei der Routenfindung, aber dafür gab es im Hotel kostenlose WLAN Nutzung, also habe ich die Strecke, Technik sei Dank, über mein Telefon herausgesucht. Dieser Navigation sind wir dann gefolgt.

Aus dem Hotel raus sind wir dann erst einmal in die falsche Richtung los gegangen, was wir aber nach wenigen Metern bemerkten und umkehrten. Unser Hotel lag im Viertel Thamel, welches zu den älteren Vierteln von Kathmandu gehört, und das merkt man: sehr enge Gassen, Verkabelung, die jeden europäischen Elektro-Installateur an den Rande des Wahnsinns bringen würde, Menschenmassen und Straßen, die zwischen den Schlaglöchern auch ab und zu noch kleinere gerade Flächen haben. Mit einem Wort: sehenswert!

Allerdings machte sich auch gleich eine weitere Eigenart von Kathmandu bemerkbar: die Luft ist extrem schlecht, wer also empfindlich auf Smog reagiert, sollte sich entweder – so, wie es die meisten Nepalesen handhaben – eine Maske vor das Gesicht halten, oder auf einen Schal zurückgreifen. Ansonsten kann einem die Luft recht schnell zu Schaffen machen.

Also liefen wir, meinem Telefon folgend, durch Gassen, deren Namen wir so oder so nicht hätten lesen können und fanden einen in einem seitlich von der Straße abzweigenden, eher etwas verstecktem, Hof einen schönen Tempel, am Eingang war die Beschriftung „Shree Gha“, aber ob das jetzt der Name des Tempels war, weiß ich nicht.  Weiter ging es durch die Straßen, bald etwas abschüssig, und schon standen wir am Ufer des Flusses, den wir auch schon im Anflug gesehen hatten – der Anblick aus der Distanz war allerdings definitiv schöner, denn aus der Nähe konnte man nun erkennen, dass der Fluss scheinbar regelmäßig zur Abfallbeseitigung genutzt wird: es lagen Müllberge darin. Etwas später erfuhren wir jedoch auch aus der Zeitung, dass in Kathmandu aktuell ein Programm läuft, mit dem die Flüsse der Stadt gesäubert werden sollen, sowie das Bewusstsein in der Bevölkerung aufgebaut werden soll, dass Abfall eben nicht einfach in den Fluss geworfen werden soll. Nach der Überquerung des Flusses wurde die Bebauung bereits spürbar Vorort-ähnlich, die Straßen wurden breiter, es waren nicht mehr so viele Menschen unterwegs, alles wirkte deutlich ruhiger. Hier wurden wir dann gelegentlich schon interessiert beäugt, seit der Überquerung des Flusses waren uns auch keine weiteren Europäer – bzw. Nicht-Nepalesen – mehr aufgefallen. Die meisten nehmen für diese Strecke wohl eher ein Taxi, wie es unser Tourguide ja eigentlich auch empfohlen hatte… aber dafür hatten wir einfach zu viel Zeit…

Etwa 20 Minuten später sahen wir unser Ziel zum ersten Mal, als wir eine Tempelanlage auf einem Hügel erspähten, wirklich lang waren wir vom Hotel aus bis hier hin eigentlich nicht gegangen… aber da kam dann doch noch etwas auf uns zu…

Am Fuße des Hügels standen einige sehenswerte Statuen, unter anderem auch eine große Buddha-Statue, hier sahen wir auch die ersten Affen – bei einem Affentempel ja auch nicht unerwartet. Unerwartet war eher, dass wir später in der eigentlichen Tempelanlage praktisch keinen einzigen Affen mehr gesehen haben, vielleicht war ihnen an diesem Tag hier zu viel los.

Weiter ging es, rauf auf die Treppe, die den Hügel hinauf führte, wobei diese anfangs eine angenehme Steigung aufwies, was sich aber schon bald ändern sollte: beim Blick hinauf wurde einem schnell klar, dass die Steigung irgendwann recht stark werden würde, und diese Erwartung wurde nicht enttäuscht. Das letzte Drittel war in Teilen so steil, dass man mit einem gerade nach vorn ausgestreckten Arm schon fast die Hand auf eine Stufe legen konnte, der Aufstieg war zu diesem Zeitpunkt schon recht anstrengend. Umso erstaunlicher war es, dass einige Nepalesinnen vor uns diese Treppe mit High-Heels bewältigten, als wenn es eine kleine, gemütliche Treppe wäre…

Am Häuschen, an dem wir die Eintrittskarten gekauft haben, haben wir dann auch erst einmal ein paar Minuten Pause gemacht, auch wenn sich dieses bereits so knapp unter dem Gipfel befand, dass man vielleicht noch eine Minute gebraucht hätte, aber die Erholung war einfach erst einmal nötig. Nach der Pause haben wir dann die letzten Stufen bewältigt und waren auf dem Gelände des Tempels angekommen.Beim ersten Rundgang haben wir unter anderem Blicke auf die dutzend Souvenir-Läden geworfen, aber das Café am nördlichen Ende des Tempelgeländes war erst einmal reizvoller. In dessen oberster Etage hatte man dazu noch einen unglaublichen Blick auf das nahezu unendlich wirkende Häusermeer, welches Kathmandu ausmacht.

Ein paar Lassis später ging es zurück auf das eigentliche Tempelgelände, wo wir auch unsere Runde um das zentrale Gebäude drehten, vorbei an Gebetsmühlen und Opfergaben, kleinen und großen Statuen und einer Terrasse, von der aus man nochmals den Blick über Kathmandu schweifen lassen konnte. Nach einer halben Stunde trafen wir die ersten Mitglieder unserer Reisegruppe wieder, mit denen wir uns dann am Treffpunkt zur Weiterfahrt zum Hotel einfanden.Dabei stellten wir fest, dass am anderen Ende des Tempels ein wesentlich einfacherer Aufgang vorhanden war, eine geradezu gemütliche Treppe im Vergleich zu der, die wir benutzt hatten… beim nächsten Besuch, wissen wir dann Bescheid…

http://de.wikipedia.org/wiki/Swayambhunath

http://en.wikipedia.org/wiki/Swayambhunath

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