Indien & Nepal 2012: Auf Augenhöhe mit den Gipfeln nach Kathmandu

Am Morgen des 13. Aprils ging es weiter nach Kathmandu – nach dem nepalesischen Kalender übrigens ein besonderer Tag: es war der 1. Baishak 2069, oder aber auch einfach Neujahr, der erste Tag des Jahres 2069. Das Neujahrsfest wurde am Abend zuvor in Pokhara auch entsprechend gefeiert 🙂

Am Morgen gab es für mich gleich erst einmal eine Überraschung: da wir am Morgen des vorherigen Tages ja bereits bei Dunkelheit das Zimmer verlassen hatten, war mir überhaupt nicht aufgefallen, was für einen guten Blick wir eigentlich hatten – von der Friedenspagode auf der einen Seite bis hin zum Machupuchare war alles klar und deutlich zu sehen, insbesondere der Berg zeigte sich im Licht des Sonnenaufgangs wieder einmal von seiner schönsten Seite.

Nach einem kurzen Frühstück ging es dann mit einem Taxi los zum Flughafen, erfreulicherweise ohne jegliches Gepäck, denn das konnte mit unseren Mitreisenden zusammen die Strecke nach Kathmandu mit unserem Bus zurück legen. Wir mussten uns also nur um unser Handgepäck kümmern, in meinem Fall also der übliche Fotorucksack, Sabrina hatte auch nur einen kleinen Rucksack dabei.

Am Flughafen war schon recht viel los, es war ja auch ein Feiertag – außerdem gibt es in Nepal ja auch genügend Orte, die sinnvoll überhaupt nur per Flugzeug erreicht werden können, zumindest wenn man nicht ein paar Tage bis Wochen für die Anreise benötigen möchte. An allen Schaltern herrschte hektische Betriebssamkeit – bis auf den Schalter von Buddha Air, der Fluggesellschaft, mit der wir nach Kathmandu fliegen sollten: dieser Schalter war leer, und zwar vor und hinter dem Schalter…

Als ein Mitarbeiter des Flughafens unsere etwas ratlosen Blicke bemerkte fragte er uns, wann und wohin wir fliegen wollten, worauf wir mit „Nach Kathmandu mit Buddha Air um 8 Uhr“ antworteten… seine Reaktion? „Nein, sicher nicht“. Wieder ratlose Blicke von uns… daraufhin dann die Erklärung: „Heute sind alle Flüge mindestens 30 Minuten verspätet, der Flug wird eher 8:45 bis 9 Uhr starten“. Ok… klang ja schon deutlich besser… 🙂

Seinem Hinweis folgend begaben wir uns dann erst einmal in das Flughafenrestaurant in der ersten Etage, von wo aus man auf der einen Seite einen perfekten Blick auf die einzige Bahn des Flughafens und auf der anderen Seite einen perfekten Blick auf den Machupuchare hat. Da wir noch eine Weile warten werden würden haben wir uns erst einmal Tee und Sandwiches bestellt.

Nachdem der Kellner die Bestellung aufgenommen hatte, kam er kurz danach wieder vorbei, mit der Info, dass der Check-In jetzt offen sei – und fragte, ob er das für uns erledigen sollte… warum auch immer, aus irgend einem Grund zögerten wir nicht, drückten ihm die Tickets und das Geld für die Flughafengebühr in die Hand und warteten. Irgendwann kam mir dann die Frage, ob die Entscheidung einem mir völlig fremden Menschen Tickets und Geld in die Hand zu drücken später eher als eine meiner dämlicheren Entscheidungen in meine persönliche Lebensgeschichte eingehen würde… und während ich so über diese Frage sinnierte, stand er mit den Bordkarten neben mir und drückte diese, ein Trinkgeld erwartend, mir wieder in die Hand.

Als wir mit Tee und Sandwiches durch waren schlenderten wir noch einmal gemütlich durch den kleinen Shop neben dem Restaurant, gingen dann aber hinab, um durch die Sicherheitskontrolle zu gehen, die hier – wie auch in Indien – nach Geschlechtern getrennt geregelt ist.

Nach der Kontrolle setzten Sabrina und ich uns in den Wartesaal und warteten auf eine Durchsage zu unserem Flug. Wirklich lange mussten wir nicht warten, dann wurden die Passagiere unseres Fluges zum Ausgang gebeten, wo es zu Fuß zum Flugzeug hinaus ging, einer ATR42 von Buddha Air. Unsere Sitze waren in der ersten Reihe des Flugzeuges, mit erfreulich viel Beinfreiheit. Für den Start musste ich zwar meinen Fotorucksack in das Gepäckfach verstauen, aber meine Kamera konnte ich bei mir behalten – noch bevor sich das Flugzeug überhaupt bewegt hatte fing ich an zu fotografieren, auch während des Fluges waren die Pausen meist auf die Zeit beschränkt, die ich zum Objektivwechsel benötigte…

Nach dem Start aus Pokhara ging es in einer Rechtskurve in Richtung Kathmandu, wobei wir auf ca. 4.000 Metern Höhe flogen, womit einige Berge auch weiterhin deutlich höher waren als unsere Flughöhe, viele aber auch auf oder unter uns lagen – das Panorama war einfach nur spektakulär.

Nach ungefähr 20 Minuten verließen wir dann bereits wieder unsere Flughöhe und starteten den Anflug auf Kathmandu, wofür es immer weiter ins unter uns liegende Tal hinein ging, wobei ich eigentlich – Erzählungen folgend – mit einem noch engeren Anflug gerechnet hatte. Einige Minuten später waren unter uns bereits die ersten Ausläufer der nepalesischen Hauptstadt sichtbar, wenig später bereits der Stadtkern und der Flughafen, auf den wir mit scharfen linkskurve zusteuerten…

Bald darauf war, nach weniger als 30 Minuten, unser erster nepalesischer Inlandsflug beendet – als Ersatz für eine mehr als 6 Stunden dauernde Busfahrt. Der Flug war zwar teurer… aber er hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.

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