Indien & Nepal 2012: Sonnenaufgang über der Annapurna Range

Natürlich waren wir nicht in Pokhara um lang auszuschlafen – wenngleich ein paar Minuten mehr an Schlaf vielleicht auch nicht geschadet hätten… es ging wieder früh um 5 Uhr los. Mit dem Bus ging es durch das nächtliche Pokhara in Richtung Sarangkot, ein Bergdorf nördlich vom Phewa Lake bzw. Pokhara. Die Fahrt den Berg hinauf war schon ansich spektakulär, eine einspurige, teils recht steile Straße (nein, keine Einbahnstraße) mit engen Kurven, und das bei Dunkelheit. Unter uns waren oft die Lichter von Pokhara zu sehen, was einem zumindest etwas Orientierungsmöglichkeit gab.

http://en.wikipedia.org/wiki/Sarankot

Ungefähr 20 Minuten vor 6 Uhr waren wir dann – den Rest zu Fuß gehend – auf dem Aussichtspunkt angekommen, zusammen mit schätzungsweise 100-150 weiteren Schaulustigen, denn hier wird einem nicht nur ein perfektes Bergpanorama geboten, wenn man so früh hier oben ist, bekommt man einen unglaublichen Sonnenaufgang über den 6 bis 8 Tausend Meter hohen Gipfeln der Annapurna Range zu sehen.

Mitten im Blick liegt dabei der Machapucharé oder Māchhāpuchchhre Himāl, übersetzt „Fischschwanz“, ein nicht ganz 7.000 Meter hoher Gipfel 25 Kilometer nördlich von Pokhara, der schon durch seine Form auffällt: den Spitznamen „Das Matterhorn von Nepal“ hat er definitiv nicht zu Unrecht.

Dieser Berg ist wohl einer der wenigen, auf dessen Spitze sich bis heute – zumindest offiziell – noch nie ein Mensch befunden hat. Eine Expedition schaffte es 1957 bis ungefähr 50 Meter unterhalb, musste dann aber wegen technischer Probleme umkehren, sicherlich auch frustrierend, nachdem man bereits 6.947 Meter bezwungen hat. Dennoch – 1964 wurde vom nepalesischen König ein Bergsteigeverbot für den Berg erlassen, da der Berg für die lokale Bevölkerung heilig ist.

Einzig einem Neuseeländer wird nachgesagt, dass er es, trotz des Verbots, bis auf den Gipfel geschafft habe – nachweisen lässt sich dies aber nicht, da er 1983 tödlich verunglückt ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Machapuchar%C3%A9

http://www.emmet.de/hb_anna.htm

http://en.wikipedia.org/wiki/Machapuchare

http://www.summitpost.org/machhapuchare/150279

Nachdem wir den Sonnenaufgang genossen hatten, entschieden wir uns dazu, mit dem Großteil unserer Reisegruppe zu Fuß wieder nach Pokhara zurück zu kehren; der Weg war recht abenteuerlich, es ging über Trampelpfade, Geröll, ungleichmäßige Treppen, alles immer etwas feucht vom morgendlichen Dunst… es war schon alleine dadurch anstrengend, dass man sich permanent konzentrieren musste, um nicht auszurutschen oder zu stolpern, dafür wurden wir aber den gesamten Weg nach unten mit ausgesprochen schönen Aussichten auf Pokhara belohnt.

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