Indien & Nepal 2012: Eine nächtliche Taxifahrt

Nachdem wir unser Abendessen genossen hatten hieß es Abschied nehmen von Orchha: es ging zunächst per Rickshaw zurück zu unserem Hotel, von dort dann per Taxi nach Jhansi, wo wir unseren Nachtzug nach Varansi erreichen mussten.

Eine Rickshaw-Fahrt ist ja schon ein Erlebnis, vor allem wenn man etwas größer gewachsen ist und somit mit dem Kopf permanent hinter den seitlichen Ausläufern der Dachplane hängt und kaum nach draußen schauen kann, es sei denn, man legt sich einen ordentlichen Buckel zu… aber zusätzlich gibt es natürlich noch die Dachkonstruktion, die aus Metallrohren besteht… sagen wir es mal so, ich hab auf den diversen Rickshaw-Fahrten nicht nur eine Beule am Kopf abbekommen.

Nun aber hieß es, in einem wirklichen Taxi platz zu nehmen, was uns zunächst wie wahrer Luxus vor kam.

Die Fahrt war rasant, ein besseres Wort fällt mir dazu nicht ein. Grundsätzlich ist der Straßenverkehr in Indien ja schon nicht mit dem in Europa zu vergleichen – hier in Frankfurt ist selbst die übelste Rush-Hour harmlos im Vergleich zu dem, was in Indien „normaler Straßenverkehr“ ist…

Aber das Ganze gleich noch bei Dunkelheit?

Die Fahrweise der indischen Taxifahrer ändert sich bei Dunkelheit nicht wirklich – es wird überholt, egal ob man die Straße einsehen kann oder nicht, und auch wenn man sie einsehen kann und Gegenverkehr sichtbar ist – irgendwer wird schon Platz machen, und wenn man es selber ist und sich dafür zwischen zwei dicht aufeinander auffahrende LKWs drängen muss, dann ist das halt so. Passt schon.

Und so wird gehupt, die Lichthupe benutzt, überholt, auch wenn gerade Gegenverkehr kommt, auch durch unbeleuchtete Fahrzeuge im Gegenverkehr (sowie auch in der eigenen Richtung) lässt man sich nicht ablenken, die Touristen an Bord staunen derweil über die Rickshaws mit 5-10 Personen an Bord (die schon mit drei Europäern gut beladen scheinen), Motorräder, auf denen drei oder vier Personen sitzen, oder auch „nur“ eine Frau im Sari quer zur Fahrtrichtung auf dem Rücksitz.

Kurzum: eine nächtliche Taxifahrt ist ein Erlebnis. Sicher keins für Menschen, die leicht nervös werden, aber für alle anderen ist es einfach nur beeindruckend.

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