Indien & Nepal 2012: Das Taj Mahal

Am Agra Fort stiegen wir wieder in Rickshaws ein, um die kurze Strecke zum Highlight des Tages – eines der Highlights der Reise überhaupt – zurück zu legen: es ging nun zum Taj Mahal.

Aber erst noch einmal ein paar Stunden zurück: bevor wir uns vom Hotel aus in Richtung Agra Fort auf den Weg machten, bekamen wir von Khushwant, unserem Tourguide, genaue Infos darüber, was wir dabei haben dürften und was nicht: jegliche Form von Kosmetik- oder Sonnenschutzartikeln sind untersagt (da wohl schon des Öfteren einige „Helden“ der Meinung waren, dass das Taj Mahal etwas mehr Glanz vertragen könnte und sie dafür doch gerne etwas von ihrer Sonnencreme opfern würden), für Kaugummi gibt es am Taj Mahal auch keine große Gegenliebe, wie auch für andere Süßigkeiten – im Wesentlichen hieß es: eine Flasche Wasser, die Kamera und die Schuh-Schutzsocken, die uns ausgehändigt wurden, mehr oder minder alles andere würde uns am Eingang abgenommen werden, und zwar ohne die Möglichkeit, die Sachen später wieder zurück zu bekommen.

Als „brave“ Touristen hielten wir uns natürlich an die Vorgaben, auch wenn ich später in meinem Kamerarucksack noch eine Packung Kaugummis entdeckt habe, die aber auch bei der Kontrolle niemanden interessiert hat.

Der Weg zum Taj Mahal führte uns zunächst die Hauptstraße am Fort wieder zurück zu einem großen Kreisel, an dem wir vorher schon vorbei gekommen waren, dort über ein paar Treppenstufen und dann hinein in Elektro-Busse, die für die Käufer der sogenannten „High-Revenue-Tickets“ (ich meine, so hießen sie), sprich: Tickets für Ausländer, im Preis enthalten waren. Auch wenn wir beide mit der Hitze gut zurecht kamen, die Strecke in diesen Bussen zu fahren, statt zu gehen, tat doch irgendwie ganz gut.

Am Ende der Busfahrt ging es zur ein paar hundert Meter weiter gelegenen Einlasskontrolle am Western Gate, hatte ein bisschen was von Flughafen-Feeling: man wurde durchleuchtet, gegebenenfalls abgetastet und musste, falls man eine Tasche dabei hatte, diese öffnen und auch durchsuchen lassen. Durch die Kontrolle waren wir recht schnell durch, und schon ging es weiter.

Kurz darauf befanden wir uns am Eingangsgebäude zum eigentlichen Park, in dem sich das Taj Mahal befindet: hier wurde mir von unserem Tourguide noch die Linie gezeigt, auf der ich (mit dem Fotoapparat in der Hand) entlang gehen sollte, um den besten Blick – das Taj Mahal exakt in der Mitte des Torbogens – zu erhalten. Nachträglich (wieder zurück daheim) habe ich zwar bemerkt, dass ich scheinbar doch nicht exakt die Mitte getroffen habe, aber beim ersten Besuch muss ja nicht gleich alles perfekt verlaufen… man muss sich ja auch Gründe belassen, wieder her zu kommen… 😉

Kurzum – der Blick auf das Taj Mahal durch den Bogen, nach dem Eintritt in den eigentlichen Park, aus der Nähe und aus der Entfernung war beeindruckend.

Bevor wir uns dem Monument aber nähern durften, bat uns Khushwant zunächst in einen Seitenteil des Parks, um uns dort die Geschichte des Taj Mahals zu erklären: es war einer der Momente auf der Reise, in denen ich bereut habe, dass mein Fotoapparat keine Videos aufnehmen kann – die Leidenschaft und Begeisterung, mit der er die Geschichte erzählt hat, war einfach beeindruckend.

Nach der Geschichte des Taj Mahals ging es für uns los, das Ganze mit eigenen Augen zu sehen. Ich werde immer wieder gefragt, ob das Taj Mahal in Realität wirklich so beeindruckend ist, wie man sich es vorstellt, wie es immer in Dokumentationen gezeigt wird – aus meiner Sicht kommen die Bilder und Filme an die Realität nicht heran: man muss es einfach selbst gesehen haben.

http://tajmahal.gov.in/

http://de.wikipedia.org/wiki/Taj_Mahal

http://en.wikipedia.org/wiki/Taj_Mahal

http://whc.unesco.org/en/list/252

Keine Überraschung, natürlich ist auch das Taj Mahal Teil des Weltkulturerbes, wie auch das Agra Fort.

Das Taj Mahal wurde zwischen 1631 und 1648 von Shah Jahan im Gedenken und als Mausoleum für seine zuvor verstorbene Frau, Arjuman Banu Begum – meist bekannt als Mumtaz Mahal – erbaut. Bei dem Monument handelt es sich um eines der bedeutendsten Beispiele der Mughal Architektur, in der die Einflüsse der persischen, indischen und islamischen Architektur vereint sind.

Als Material wurde weißer Marmor aus Makrana in Rajasthan herbei geschafft, was zu dieser Zeit als solches schon als logistische Meisterleistung zu betrachten war. Im Marmor des Hauptgebäudes sowie der Minarette wurden Verse aus den heiligen Schriften eingraviert, besonders um das Eingangsportal ist dies gut zu erkennen, die Schrift ist dabei ausgesprochen fein gezeichnet.

Im Inneren kann man einen Blick auf eine Nachbildung der Gräber von Shah Jahan – der später auch hier beigesetzt wurde – sowie seiner Frau Arjuman Banu Begum sehen, die Räume sind abgedunkelt und auch nur mit den vorher schon erwähnten Schutzsocken über die Schuhe zu betreten. Natürlich ist fotografieren hier absolut verboten, was aber viele leider scheinbar eher als freundlichen Hinweis als als Anweisung bzw. Verbot sehen, genau wie die Anweisung „Please be quiet“ am Eingang. Kurzum, das Sicherheitspersonal hat genug zu tun. Leider.

Beim weiteren Rundgang fällt – wie auch schon vom Eingang aus – der Blick früher oder später auf die beiden Gebäude, die sich im rechten Winkel links und rechts vom Taj Mahal befinden. Beide Gebäude sind von außen praktisch identisch, im Inneren beherbergt das westlich (vom Eingang aus gesehen links) gelegene eine Moschee, das östlich gelegene wurde als Gästehaus ausgelegt, für die Gäste, die zu den Jahrestagen des Todes von Mumtaz Mahal anreisten.

Schreibe einen Kommentar