Indien & Nepal 2012: Per Zug von Delhi nach Jaipur

Am nächsten Morgen war es dann so weit – zunächst hieß es früh aufstehen, denn unser Zug fuhr bereits um 6:05 Uhr ab.

Nachdem wir uns also kurz nach 5 Uhr an der Rezeption vom Hotel mit dem Rest der Gruppe getroffen haben, wurden wir auf mehrere Kleinbusse verteilt, die uns, samt Gepäck, zum Bahnhof von Neu Delhi gebracht haben. Hier angekommen ging es mal wieder durch Metalldetektoren, das Gepäck wurde durchleuchtet, und schon waren wir auf unserem ersten Bahnsteig in Indien angekommen.

Nun hieß es warten, da der Zug noch nicht eingetroffen war. Als er dann eintraf, konnten wir eine weitere Eigenart der indischen Bahnen beobachten: die Züge fahren im Schneckentempo in den Bahnhof ein, regelmäßig hupend, damit eventuell noch immer auf den Gleisen herumlaufende Personen sich schnell genug aus dem Staub machen können.

Bald darauf hatten wir im Zug Platz genommen und die Fahrt ging los, zunächst noch durch einige Bezirke von Neu Delhi, dann durch Vororte, am Flughafen vorbei, dann wurde es ländlich – der Blick auf dem Fenster präsentierte einem bereits ein ziemliches Kontrastprogramm, einige der gravierendsten Probleme Indiens wurden auch sehr schnell sichtbar, das am schnellsten erkennbare: überall herumliegender Müll, für den sich niemand zuständig fühlt, den auch keiner wegräumt. Entlang der gesamten Strecke – gleiches galt auch auf unseren weiteren Bahnfahrten – lag tonnenweise Müll, oft genug auch dadurch, dass er schlichtweg einfach aus dem fahrenden Zug geworfen wurde.

Die weitere Fahrt führte uns durch ländliche Regionen, kleine und mittelgroße Orte, an Fabriken und Feldern vorbei, durch zahlreiche Bahnhöfe und über etliche Bahnübergänge: was diese angeht, so gelten in Indien auch ganz eigene Gesetze, das oberste Gesetzt lautet dabei: alle stellen sich ganz vorne an.

Auf einer regulären Straße (eine Spur je Richtung) werden regelmäßig einfach gleich auf ganzer Breite mindestens 3 oder 4 Spuren nebeneinander aufgemacht, natürlich auf beiden Seiten des Bahnübergangs. Dass dies den Verkehr nach Öffnung der Schranken natürlich nicht unbedingt reibungslos fließen lässt, dürfte für jeden Beobachter, wie auch jeden Teilnehmer, klar sein, aber vielleicht gewinnt man ja dennoch ein paar Sekunden im Vergleich zum schnöden Anstellen am Ende der Schlange – egal, dass die Sekunden dadurch erkauft werden, dass wirklich alle minutenlang warten müssen, so lange der Verkehrsknoten am Bahngleis langsam entheddert wird.

Nach circa 4 Stunden Zugfahrt trafen wir dann am späten Vormittag in Jaipur ein, wo wir uns durch das Chaos des Bahnsteiges zu Rickshaws durchkämpften, von denen wir durch Jaipur hindurch zu unserem Hotel, dem Bissau Palace, gefahren wurden.

In einem der Rickshaws präsentierte der Fahrer ganz stolz den Fahrgästen auf seinem Telefon den Titel „Barbie Girl“ von Aqua als den aktuellen Superhit… sehr zur Freude der Fahrgäste… 🙂

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