Sachen, die man aus dem Flugzeugfenster nicht sehen möchte

Es gibt einfach Sachen, die möchte man unter keinen Umständen aus einem Flugzeugfenster heraus sehen. Das kann natürlich bis hin zu sehr drastischen Anblicken gehen, aber selbst abseits dieser Anblicke gibt es einiges, was man wirklich nicht sehen will.

Da fängt an bei schlechtem Wetter bei der Landung, oder die Tatsache, dass das Flugzeug schon wieder auf eine dieser lästigen Außenpositionen zusteuert, statt an einem Gate zu parken, oder der Blick auf das Gepäck, welches unsanft behandelt wird oder aus dem Flugzeug direkt auf den mehrere Meter entfernten Boden fällt.

Dann gibt es aber auch noch Anblicke, die von ihrer „Qualität“ her nochmals oberhalb des bei den gerade geschilderten Anblicken anfallenden Adrenalinspiegels liegen…

Am Abend des 26. Mai 2009 saß ich zusammen mit einem Kollegen in der Spätmaschine der Swiss von Zürich nach Frankfurt, draußen war schlechtes Wetter, der Flug war aber – mehr oder weniger – pünktlich. Wir unterhielten uns als die Durchsage „Boarding completed“ zu hören war, kurz danach wurde die Tür geschlossen. Dann kamen die üblichen Minuten des Wartens, bei denen es für die Passagiere oft so wirkt, als wenn nicht wirklich was passiert. Wir unterhielten uns weiter.

Und zwar bis exakt zu dem Moment, als wir von einer ziemlich heftigen Seitwärtsbewegung des Flugzeuges unterbrochen wurden.

In all meinen Flügen davor hatte ich einen solchen seitlichen Ruck noch nie erlebt, auch mit diesem Flugzeugtyp war ich schon öfters geflogen, insofern war ich mir sicher, dass gerade irgendwas passiert war, was so nicht hätte passieren sollen. Dann habe ich aus dem Fenster geschaut.

Im ersten Moment verstand ich noch nicht, was ich da draußen gerade sehen konnte – dann dämmerte es mir: am Ende der linken Tragfläche konnte ich die fahrbare Treppe sehen, über die wir gerade ein paar Minuten zuvor in das Flugzeug eingestiegen waren. Der Fahrer hatte scheinbar den notwendigen Sicherheitsabstand zur Tragfläche falsch eingeschätzt: statt außen um diese herum zu fahren hatte er mit dem oberen Ende der Treppe genau diese gerammt.

Bei den Passagieren brach Unruhe aus – vor allem bei denen, die – wie ich – direkten Blick auf das Geschehen hatten.

Kurz darauf meldete sich aber bereits auch schon der Pilot mit den Worten, die ich bereits erwartet hatte: mit dieser Maschine würden wir an diesem Abend definitiv nicht fliegen, es würde gerade geprüft, ob eine Alternative zur Verfügung stünde.

Erfreulicherweise fand sich eine andere Maschine gleichen Typs, die dann sofort für den Flug vorbereitet wurde. Ungefähr 20 bis 30 Minuten später konnten wir dann in dieses andere Flugzeug umsteigen um schlussendlich mit einer Verspätung von ungefähr einer Stunde Zürich in Richtung Frankfurt zu verlassen.

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