Ein Monat in Asien: Hong Kong, Bangkok, Bali und Singapur

Hong Kong – die britische Kronkolonie

Mein erster Besuch fand 1995 statt, im Zuge einer fast einmonatigen Reise durch Asien. Zu diesem Zeitpunkt war Hong Kong noch eine britische Kronkolonie, in der sich viele fragten, wie das Leben nach der Rückgabe an China aussehen würde. Auch wenn China bereits mehrfach angekündigt hatte, dass es am grundsätzlichen „Erfolgsmodell“ der Stadt – offener Handel, keine bzw. kaum Reisebeschränkungen – nichts ändern würde, so gab es viele, die an diesen Aussagen zumindest zweifelten.

Politisch wurden viele Schritte, die die damalige Regierung von Hong Kong unternahm, von der chinesischen Regierung kritisiert oder auch als Affront gesehen. Nicht zuletzt die Wahlen zur Stadtversammlung gefielen den Machthabern in Peking nicht. Wahlen gibt es in Hong Kong noch immer, nur hat die Bevölkerung keinen nennenswerten Einfluss mehr darauf, wer sich zur Wahl stellen kann: alle Kandidaten müssen von Peking abgesegnet werden, Kandidaten, die zu viel Freiheit(en) fordern, bleiben in diesem Prozess auf der Strecke.

Aber dennoch: die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt hat sich durch die Rückgabe an China nicht verändert, sie ist auch für außenstehende weiterhin ohne großen Aufwand zu bereisen: im Gegensatz zu China brauchen zum Beispiel Deutsche und Österreicher für Hong Kong kein Visum.

Bei meinen ersten Besuchen – 1995 und 1998 – war in Hong Kong noch der alte Flughafen, Kai Tak, in Betrieb. Für viele war der Anflug auf Kai Tak eine Horrorvision, immerhin war der Flughafen auch weltweit einer der am schwierigsten anzufliegenden. Für mich war der Anflug einfach nur beeindruckend: zunächst flog man knapp über den Häusern von Kowloon entlang, um dann – kurz vor dem Aufsetzen – eine recht scharfe Rechtskurve zu durchfliegen. Wenige Momente nach dm Ende der Kurve setzte das Flugzeug dann auch schon auf.

Der Flughafen ist inzwischen durch einen neu gebauten Großflughafen ersetzt worden: Chek Lap Kok, den ich zum ersten Mal im Juli 2015 betreten habe. Der alte Flughafen war zu klein, permanent überlastet und hatte nur eine einzige Start- und Landebahn. In jedweder Hinsicht ist der neue Flughafen dem alten überlegen – aber der Anflug ist eben auch nicht mehr so spektakulär.

Aber Hong Kong ist natürlich nicht nur der Flughafen, sondern auch eine faszinierende Stadt. An vielen Stellen sieht man bis heute noch die Spuren der britischen Kolonialherrschaft, im Zentrum von Hong Kong Island finden auch weiterhin viele Gebäude, die im entsprechenden Stil gebaut sind.

Aber zunächst nehme ich einen Schritt zurück ins Jahr 1995, also in eine Zeit, bevor ich mit einer digitalen Kamera durch die Welt gereist bin. Das Ergebnis ist, dass ich von dieser Reise im Moment leider nicht mehr viele Bilder übrig habe. Weitere befinden sich, als gerahmte Dias, zwar noch immer in einem Umzugskarton im Keller, aber die Zeit, diese allesamt einzuscannen, hat sich leider noch nicht ergeben. Wenn ich dazu komme, folgen auch hier weitere Bilder.

Hier sind die Eindrücke von 1995:

Die Eindrücke waren 1995 schon überwältigend, immerhin war Hong Kong die erste Stadt in Asien, die ich in meinem Leben besucht habe. Auch wenn ich auf dem Weg dorthin Zwischenlandungen in Abu Dhabi und Bangkok hatte, so habe ich dort jeweils nur den Flughafen von innen gesehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es mich bis heute immer wieder ein bisschen zurück in diese Stadt zieht.

Nach dem Besuch in 1995 folgte 3 Jahre später der nächste Besuch, der wohl auch bis heute meinen persönlichen Rekord für die kürzeste Langstreckenreise hält: ich bin am Freitag um ca. 14:00 Uhr mit Cathay Pacific in Frankfurt abgeflogen, am Samstagmorgen um ca. 7 Uhr in Hong Kong angekommen, saß aber bereits am Sonntagabend um 23 Uhr wieder auf dem Rückflug nach Frankfurt. Der Aufenthalt war also ca. 40 Stunden, plus zwei ungefähr 12stündige Flüge… ob ich das heute nochmals für einen so kurzen Aufenthalt machen würde, weiß ich nicht – damals war es ein Wochenende mit Freunden zusammen, währenddessen ich mir dann noch einen neuen Computer gekauft habe. Heute sind die Preisunterschiede leider nicht mehr so groß, zumindest dann nicht, wenn man bei den größeren Händlern schaut. In den Nebenstraßen soll es bei kleineren Geschäften schon noch das eine oder andere Schnäppchen geben, nur ob ich dann wiederum das Risiko eingehen wollte, dass ich wirklich legale Originalware erhalte, das weiß ich nicht. Auch wenn ich eine Kamera z.B. für €2.000 statt €3.000 bekommen könnte (was wahrscheinlich noch nicht einmal der Fall ist), €2.000 ist ja auch einiges an Geld, und zwar ganz eindeutig mehr als ich einfach mal so „auf gut Glück“ rauswerfen würde.

Von meinem Besuch in 1998 habe ich übrigens kein einziges Foto mehr, ich bin noch nicht einmal mehr sicher, ob ich damals überhaupt Fotos gemacht habe. Außer kreuz und quer durch die Straßen zu laufen haben wir aber damals auch nicht wirklich viel gemacht, nicht einmal für die Fahrt auf den Victoria Peak hat es gereicht… sofern ich mich da noch richtig erinnere…

 

 

Bangkok – oder: Wenn der Taxifahrer das Ziel wählt

Was auch immer die Stadt Bangkok für viele zu einem Wunschziel macht: ich verstehe es nicht.

Ich gebe zu, die Palastanlagen waren schon sehr beeindruckend, alleine diese haben den Aufenthalt die Zeit wert gemacht:

Ich komme zwar durchaus mit Chaos zurecht, aber Bangkok hat meine Toleranz dann doch schon bis an jegliche Grenzen belastet. Die Tatsache, dass dann auch noch die Luft dreckig und, gefühlt, nahezu von Sauerstoff befreit war, hat es auch nicht besser gemacht.

Was mich aber immer wieder zur Weißglut getrieben hat war die Tatsache, dass wirklich kein einziger Taxifahrer uns dorthin gebracht hat, wo wir eigentlich hin wollten – sofern wir nicht gerade auf dem Rückweg zu unserem Hotel waren. Zugegeben: die Ziele waren immer ähnlich, vielleicht sogar gleichwertig zu denen, die wir eigentlich ansteuern wollten. Aber es waren eben immer die Geschäfte oder Restaurants, die dem jeweiligen Taxifahrer mehr Provision gezahlt haben. Einmal sind wir ganz einfach nicht in das Restaurant hinein gegangen, sondern die Straße weiter entlang, was zu einem wütend hinter uns her schreienden Taxifahrer geführt hat…

Kurzum: ich war froh, als wir Bangkok hinter uns gelassen haben.

 

 

Bali – Trauminsel… vom Bett aus gesehen…

Von Bangkok aus ging es weiter nach Indonesien, genauer nach Denpasar auf der Insel Bali. Vom Flughafen aus ging es per Transfer zum Hotel – und von dort relativ bald in ein Restaurant, welches sonst wohl eher nur von Einheimischen besucht wird.

In der Nacht wurde mir klar, dass es wohl besser gewesen wäre, wenn wir es bei diesem Stand belassen hätten.

Der Aufenthalt auf Bali war für eine Woche geplant, von dieser Woche habe ich 6 Tage im Bett verbracht: das Abendessen und meine Verdauung haben sich nicht vertragen…

Bis zum Abreisetag konnte ich mich nur für eine Distanz von maximal bis zu 15 Minuten vom Hotel entfernen, am Abreisetag war ich dann wieder fit genug, um den Transfer zum Flughafen und die beiden Flüge (von Denpasar über Bandar Seri Begawan nach Singapore) heil zu überstehen.

 

 

Singapore is a Fine City

Die letzte Station unserer Reise war Singapore – welches wir nach einem erneuten mehrstündigen Stopp in Bandar Seri Begawan erreicht haben.

Eine Sache, die man immer wieder über diese Stadt hört ist, dass sie so unglaublich sauber ist: wirklich nachvollziehen kann ich diese Aussage nicht. Ja, es gibt deutlich dreckigere Städte, aber im Vergleich zu den meisten Städten in Deutschland fand ich es hier nicht spürbar sauberer.

Allerdings begegnet man hier einem Reichtum an Verbotsschildern: egal, ob es das generelle Verbot des Kaugummikauens ist, rauchen ist natürlich auch praktisch überall verboten (ok… mit dem Verbot kann ich mich sehr gut anfreunden), links und rechts von Fußgängerüberwegen sind Schilder aufgestellt die kennzeichnen, dass man von hier aus dazu verpflichtet ist, den Übergang zu benutzen – natürlich, wie alle anderen Verbote, mit einer deutlichen Geldstrafe belegt.

Ein Souvenir ist übrigens in der ganzen Stadt sehr präsent gewesen: ein T-Shirt mit der Aufschrift „Singapore is a Fine City“, wobei das Wort „Fine“ in roter Farbe hervorgehoben ist. Eine kleine Doppeldeutigkeit: einerseits steckt hier natürlich die offensichtlich positive Aussage – aber wenn man bedenkt, dass das Wort „Fine“ auch das englische Wort für „Geldstrafe“ ist, wird die „verdeckte“ Botschaft klar.

Auch wenn es in dieser Stadt viele Einkaufsmöglichkeiten gab, an einem mangelte es mir etwas: Sehenswürdigkeiten. Es gab die Statue des Merlion, dem Wahrzeichen der Stadt, den botanischen Garten, Sentosa Island – aber sonst?

Wahrscheinlich tue ich der Stadt unrecht und es gibt wesentlich mehr zu sehen – aber nach der Woche auf Bali, in der ich nur im Bett gelegen habe, war ich wohl auch nicht wirklich fit genug, um die Stadt gebührend zu erkunden….

Und hier sind noch ein paar Bilder von Sentosa Island:

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