Feier meiner Freiheit in Hong Kong

Im Frühjahr des Jahres 2015 fiel bei mir die Entscheidung, meinen Arbeitgeber zu wechseln. Auch wenn ich erst 2012 zu der Firma gekommen war, so wurden meine Erwartungen an das Unternehmen nicht erfüllt. Vor Allem die Zusammenarbeit mit bestimmten Personen erwies sich als inakzeptabel. Ende März übergab ich mein Kündigungsschreiben, durch noch vorhandenen Resturlaub war Mitte mein letzter Arbeitstag gekommen.

Wenige Tage später, am 17. Juli 2015, saß ich am frühen Abend am Frankfurter Flughafen und wartete auf meinen Abflug nach London.

 

Über London nach Hong Kong

British Airways hatte mir kurz vorher die Entscheidung einfach gemacht. Zunächst sah es für mich nach einem Flug in der Premium Economy aus, doch dann kam es anders. Ende Juni erhielt ich eine eMail mit Sonderangeboten in der Business Class, unter anderem eben auch nach Hong Kong. Der Preis war unschlagbar, der Aufpreis zum Premium Economy Ticket nicht einmal 30%.

Die Entscheidung war gefallen.

In Frankfurt konnte ich noch einige Zeit in der Lounge genießen. Allerdings überkam mich recht bald auch das Gefühl, dass ich vielleicht schon etwas mehr Zeit zur Verfügung gehabt hätte, als es normalerweise der Fall hätte sein sollen. Aber auch bei meiner Nachfrage wurde mir bestätigt, dass das Boarding noch nicht begonnen hatte.

Als der entsprechende Aufruf dann doch kam war es bereits absehbar, dass wir nicht pünktlich nach London starten würden. Normalerweise hätte ich ungefähr 90 Minuten Zeit in London gehabt, diese Zeit war inzwischen auf etwa die Hälfte zusammengeschrumpft.

Auch nach dem Boarding ging es nicht sofort los, wodurch die Zeit noch mehr reduziert wurde. Nachdem wir dann doch endlich in der Luft waren kam zumindest die Durchsage, dass der Anflug auf Heathrow verzögerungsfrei sein sollte. Schlussendlich hatte ich dann doch wieder ca. 50 Minuten Zeit, die ich dazu nutzte, mir auch beim Umsteigen nochmals eine kleine Erfrischung in der Lounge zu holen.

Mein Weiterflug nach Hong Kong startete dann recht pünktlich, ich konnte es mir entsprechend bald in meinem Business Class Sitz gemütlich machen und habe die Nacht durch gut geschlafen.

Die Ankunft in Hong Kong war am Nachmittag des nächsten Tages. Vom Flughafen aus bin ich dann zunächst mit dem Airport Express in die Stadt gefahren, um dann per MTR in die Nähe meines Hotels weiter zu fahren.

 

Blick aus dem Hotel

Für die kommenden Tage hatte ich mir ein Zimmer im Ibis Hong Kong Central and Sheung Wan gebucht. Auch wenn die Distanz von der nächsten MTR Station aus etwas weiter war, als ich es mit meinem Gepäck gerne gehabt hätte, so war die Strecke dann auch trotz der tropischen Temperaturen leicht zu bewältigen.

Mein Zimmer war dafür dann auch Entschädigung genug: es wirkte frisch renoviert, war in angenehmen Farben gehalten, das Bett war sehr gut – und die Aussicht spektakulär.

Leider war meine Aussicht allerdings auch öfters von Wolken oder dichtem Regen eingeschränkt, was auch die mir zur Verfügung stehende Zeit für Touren durch die Stadt spürbar eingeschränkt hat. Juli ist halt nicht die beste Zeit für eine Reise nach Hong Kong – aber eben trotzdem besser als gar nicht hin zu fahren 🙂

 

Kowloon am Abend

Hong Kong besteht aus zwei primären Teilen: Hong Kong Island, dort wo sich auch mein Hotel befand, und Kowloon. Kowloon wurde mir vor meiner ersten Reise nach Hong Kong als der „traditionellere“ Teil der Stadt beschrieben, im gewissen Maße kann ich das nachvollziehen. Andererseits darf man auf Hong Kong Island auch nicht nur den Central Business District betrachten. Insgesamt haben allerdings tatsächlich weder Hong Kong Island noch Kowloon noch wirklich viele „traditionelle“ Anteile.

 

Wohnen in Hong Kong

Man muss schon ein Fan von Wohnen auf engstem Raum sowie vom Wohnen in Hochhäusern sein, um sich hier so richtig wohl fühlen zu können – zumindest dann, wenn man sich keine Unterkunft z.B. in einer der Villenvororte leisten kann. Und das können die wenigsten.

Allerdings gibt es auch bei den Hochhäusern drastische Unterschiede. Manche wirken so als wenn sie in spätestens ein oder zwei Jahren in sich zusammenfallen werden, andere sehen modern und gut gewartet aus. Wie es dabei drinnen aussieht, bleibt natürlich offen…

Die Bank of China

Schon bei meiner ersten Reise nach Hong Kong hat mich dieses Gebäude fasziniert. Einerseits gefällt es mir optisch einfach gut, egal ob tagsüber oder nachts mit Beleuchtung… wobei ich nicht mehr in Erinnerung habe, ob die Beleuchtung 1995 auch bereits eine Art „Lightshow“ durchgeführt hat.

Auch wenn es andere ungewöhnlich gestaltete Hochhäuser in der Stadt gibt – dieses gefällt mir persönlich am Besten.

 

Das längste Rolltreppensystem der Welt

Gelegentlich wird das „Central Mid-Level Escalator“-System auch als die längste Rolltreppe der Welt bezeichnet, in Wirklichkeit ist es aber „nur“ das „das längste überdachte außenstehende Rolltreppensystem der Welt“. Es besteht aus 20 Rolltreppen und 3 Förderbändern, die ganze Reise vom Fuß der Anlage bis zum oberen Ende dauert, sofern man auf den Rolltreppen nicht auch geht sondern stehen bleibt, circa 20 Minuten. Man überwindet dabei eine Strecke von 800m Länge sowie 135 Höhenmeter.

Während der Fahrt hat man auch interessante Ausblicke in die Querstraßen, kommt durch verschiedenartige Wohnviertel hindurch, teilweise auch durch eine „Partymeile“ Hong Kongs… es lohnt sich schon, die (kostenlose) Fahrt anzutreten.

Allerdings sollte man den Zeitpunkt des Besuches schon genau wählen, denn von 6 bis 10 Uhr morgens/vormittags fahren die Rolltreppen bergab, um den Bewohnern der weiter oben liegenden Häuser den Weg ins Büro zu erleichtern. Sofern man also nicht zunächst mit einem Taxi, einem Bus oder zu Fuß ans obere Ende der Rolltreppen fahren möchte, sollte man sich einen Besuchszeitpunkt nach 10 Uhr morgens aussuchen.

 

Big Buddha

Bei beiden vorherigen Hong Kong Reisen hatte ich mir vorgenommen, auch den „Big Buddha“ auf Lantau zu besuchen. Hat beide Male nicht geklappt. Ein drittes Mal wollte ich es aber nicht verpassen, diese große Buddha-Statue zu sehen.

Von der Stadt aus bin ich zunächst einmal mit der MTR bis Tung Chung gefahren, von hier aus hat man die Möglichkeit entweder per Seilbahn oder mit einem Bus zu fahren. Die Seilbahn wäre sicherlich die schönere Variante gewesen, aber zwei Argumente sprachen dagegen. Erst einmal war die Schlange so dermaßen lang, dass ich selbst nach einer Stunde Wartezeit nicht einmal die Hälfte davon hinter mir hatte. Irgendwann wurde es mir schon deswegen zu viel. Allerdings kam dann auch noch eine Durchsage, dass die Bahnen erst einmal keine weiteren Fahrgäste mitnehmen würden, da sich das Wetter verschlechtern würde.

In Richtung der Seilbahn schauend war schon erkennbar, dass die Kabinen binnen weniger Minuten nach ihrer Abfahrt in den Wolken verschwanden. Für eine Tour, die hauptsächlich wegen der Aussicht interessant wäre also keine gute Voraussetzung.

Zunächst bin ich erst einmal in das nahe Einkaufszentrum gegangen um mir etwas zum Mittagessen zu kaufen. Danach habe ich die Haltestelle des Busses gesucht, mit dem man ebenfalls zur Statue fahren kann – und habe sie recht schnell gefunden. Die Fahrt war ein bisschen Abenteuerlich, gelegentlich hatte der Fahrstil des Busfahrers ein bisschen was von einem Rennfahrer, nur eben mit einem Linienbus. Nach gefühlten zwei bis drei Stunden (real waren es ca. 45-50 Minuten) kam der Bus dann auch am Ziel an. Wirklich gutes Wetter war hier jedoch auch nicht…

Der Vorteil des schlechten Wetters war, dass nicht so sehr viele Menschen unterwegs waren, nirgends war Gedränge, ich konnte mir zum Fotografieren fast überall auch genügend Zeit lassen. Allerdings wurde es mit der Zeit dann auch wieder etwas ungemütlich, es begann wieder zu regnen, und es wurde recht kühl. Das war zwar nach dem schweißtreibenden Wetter der vorherigen Tage gar nicht so unangenehm, aber dennoch wurde es Zeit, die Rückreise anzutreten.

 

Hong Kongs Straßenbahnen

Auf Hong Kong Island gibt es ein kleines, aber teilweise doch sehr praktisches, Netz an Straßenbahnen. Aber selbst wenn man gerade kein bestimmtes Ziel hat, eine Fahrt mit diesen historischen Bahnen lohnt sich auf jeden Fall.

Man Mo Temple

Von meinem Hotel aus bin ich einen Tag einfach mal wieder nur kreuz und quer durch die Straßen gelaufen. Bei solchen Touren stolpert man oft über interessante Dinge, wie zum Beispiel auch den Man Mo Tempel, der dem Gott der Literatur gewidmet ist. Genau gesagt waren es gerade einmal 600 Meter bis hierher, davor bin ich an unzähligen kleinen Geschäften vorbei gegangen. Dann tauchte, zwischen diversen höheren Häusern, dieser von außen fast schon schmucklose Bau auf, dessen Inneres aber definitiv sehr sehenswert ist.

 

Victoria Peak

Für die Fahrt auf den Victoria Peak muss einfach Zeit eingeplant werden, und zwar aus mehreren Gründen.

Wie bereits bei der Seilbahn zum Big Buddha ist auch hier die Warteschlange selten kurz, es sei denn, es ist mal wieder schlechtes Wetter. Was das anging hatte ich „Glück“, die Schlange war kurz, das Wetter entsprechend durchwachsen.

Zeit muss man jedoch auch deswegen einplanen, da selbst dann, wenn draußen keine nennenswerte Schlange zu sehen ist, in der Station selbst wiederum eine Menge Menschen auf den nächsten Zug warten können. Und natürlich können die Züge auch nicht so viele Personen mitnehmen, ich musste beispielsweise zwei Züge abwarten, bevor ich dann mit dem dritten Zug mitfahren konnte.

Und schließlich muss man sich auch Zeit für den Victoria Peak nehmen, da die Aussicht von oben einfach beeindruckend ist. In den 20 Jahren seit meinem ersten Besuch hat sich der Ausbaustand der Aussichtsplattformen ganz erheblich geändert, heutzutage hat man ein großes Areal von dem aus man in verschiedene Richtungen schauen kann. Damals war es, wenn ich mich nicht völlig falsch erinnere, eine relativ kleine Terrasse.

Von der Aussichtsplattform hat man auch einen hervorragenden Blick rüber auf Kowloon, wo man den alten Flughafen, Kai Tak, auch heute noch in seinen Grundzügen erkennen kann. Vor Allem die ins Wasser hinein ragende Landebahn – oder zumindest der Wall auf dem sie sich befand, ist auch heute noch klar zu sehen.

Der Flughafen selbst ist seit 1998 nicht mehr in Betrieb.

 

Lasershow auf Hong Kong Island

Allabendlich findet auf Hong Kong Island eine Laser- und Lichtshow statt. Dazu leuchten zahlreiche Wolkenkratzer in bunten Farben. Teils ist die Beleuchtung animiert, was ich ja schon zum Gebäude der Bank of China erwähnt hatte. Bei einer solchen, mit Musik untermalten und „choreographierten“, Show kann ich den Wunsch, die Lichter zu animieren ja nachvollziehen. Dazu passt es dann auch gut – aber die ganze Nacht hindurch?

Auf einigen Gebäuden sind zusätzlich noch grüne Laser angebracht worden, die in den Nachthimmel leuchten. Ob das jedoch irgend eine bestimmte Form oder Figur darstellen soll, konnte ich nicht erkennen.

Am besten kann man die Show natürlich von Kowloon aus sehen, oder gleich von einem der Boote der Star Ferry.

 

Die Straßen der Stadt

An meinem letzten Abend in Hong Kong konnte ich aus irgendwelchen Gründen nicht schlafen. Das führte dazu, dass ich nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel dann doch wieder raus gegangen bin um durch Hong Kong zu wandern. Also bin ich mal wieder etwas ziellos durch die Straßen gewandert, bis ich dann tatsächlich etwas gefunden habe, was ich eigentlich schon immer hatte besuchen wollen: den Temple Street Night Market.

 

Temple Street Night Market

Ein klassischer asiatischer Nachtmarkt: hunderte Stände, ein ewiges Gedränge, eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Artikel, auf denen ein beliebiger bekannter Markenname stand auch wirklich nicht von der entsprechenden Firma kommen…

Sehenswert sind diese Märkte auf jeden Fall, oftmals lassen sich hier auch Schnäppchen finden, die einem nicht vom Zoll gleich wieder abgenommen werden, weil es sich um Plagiate handelt.

 

Zurück nach Hause

Nach 5 Tagen war es dann wieder an der Zeit, den Heimweg anzutreten. Eine Besonderheit hatte dieser Flug für mich noch auf Lager: es war mein erster Flug in einem Airbus A380. Die Tatsache, dass ich auf diesem Flug dann auch gleich wieder in der Business Class saß, und damit im Oberdeck fast ganz vorne Platz nehmen konnte, machte den Flug umso angenehmer.

Nicht schön war dann das, worüber mich eine Flugbegleiterin am nächsten Morgen informierte: mein Weiterflug nach Frankfurt war gestrichen worden, ich war auf einen 4 Stunden späteren Flug umgebucht worden. Im Flughafen habe ich zwar noch versucht, auf den einen früher fliegenden Weiterflug umgebucht zu werden, aber dieser war scheinbar restlos ausgebucht.

Somit hatte ich nochmals viel Zeit, um die Lounge zu genießen…..

 

 

 

 

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